Sonntag, 18. Mai 2014


[Convention] Role Play Convention 2014

Samstag, 10. und Sonntag, 11. Mai 2014
koelnmesse, Köln



Am zweiten Mai-Wochenende fand die Role Play Convention oder kurz RPC mittlerweile zum achten Male statt. Waren die ersten beiden Jahre in Münster doch eher klein und beschaulich, so wuchs die Convention mit dem Umzug in die Kölner Messehallen beständig. Nach einigen mehr oder minder geglückten Experimenten, beispielsweise einer dreitägigen Veranstaltung oder der Kooperation mit einer Verbrauchermesse, konzentrierten sich die Veranstalter in diesem Jahr wieder auf ihre Kernkompetenzen und boten den Besuchern eine umfassende Mischung aus LARP, Rollenspielen, Mittelaltermarkt, Tabletop, Lesungen, Workshops, Comics und Computerspielen.


Schon eine Stunde vor dem eigentlichen Veranstaltungsbeginn öffneten sich die Türen des Eingangsbereiches der Messe und die, doch recht zahlreichen, Besucher setzten sich langsam in Bewegung. Einige hatten dabei offensichtlich Angst irgend etwas zu verpassen und drückten sich rücksichtslos durch die sich gemächlicher bewegenden Messeteilnehmer. So erreichten sie immerhin die (noch verschlossenen) Tore zu den eigentlichen Messehallen wertvolle Minuten früher und konnte sich dort langweilen. Kurz nachdem ich ebenfalls den Eingang erreicht hatte, wurde der Durchgang von den freundlichen Stormtroopern der 501st Legion – German Garrison abgeriegelt. Die Herren, und wohl auch einige Damen, machten ihren Job offensichtlich gut, denn die nachrückenden Besucher hielten respektvoll Abstand, damit wurde das Drängeln und Schubsen auf ein Minimum reduziert.

Pünktlich um 10 Uhr wurde dann doch der Durchgang freigegeben und die RPC 2014 somit offiziell eröffnet. Als ich das Halbdunkel der Halle 5, fast ausschließlich vom Licht der zahlreichen Monitore und Leinwände erhellt, betrat dröhnten mir aus einer Vielzahl von Boxen Videospiel-Soundtracks oder die Moderationen der Kommentatoren entgegen. Zum einen bin ich kein wirklich großer Freund von Computerspielen, zum anderen war mir das Geschehen auf den Bildschirmen einfach zu hektisch für den frühen Morgen und so machte ich mich schnell daran, den vorderen Teil der Halle zu durchqueren und zu den „normalen“ Ständen zu gelangen.
Meine erste Anlaufstelle war dann, hauptsächlich wegen der Größe und des augenfeindlichen grünen Teppichs, auch kaum zu übersehen. Ulisses Spiele hatten in diesem Jahr wieder alle Register gezogen um den Spielern etwas zu bieten. Neben einigen Theken bei denen Interessierte die Verlagsprodukte kaufen konnten, war der Großteil der Fläche doch den Demospielen vorbehalten. Zusätzlich war noch eine eigene Workshop-Ecke eingerichtet worden, in der die Spieler verschiedene Autoren zu den unterschiedlichsten Themen löchern konnten. Auch einige Vitrinen mit einem kleinen DSA-Museum waren aufgestellt worden, in denen Material aus dreißig Jahren Das Schwarze Auge von den staunenden Spielern begutachtet werden konnte, natürlich einschließlich der Maske des Meisters. Passend zum Jubiläum lag zudem die fünfte Edition des Regelwerkes, die sich derzeit noch in der Beta-Testphase befindet, aus. Da ich mich schon vor vielen Jahren von diesem Spielsystem verabschiedet hatte, hielt sich mein Interesse daran jedoch in überschaubarem Rahmen. Viel spannender fand ich dagegen die drei bisher erschienenen Spiele der Narrativa-Serie, die vor allem optisch zu beeindrucken wussten. Ob sie auch spielerisch überzeugen können, muss sich zwar erst noch zeigen, aber der erste Eindruck beim Gespräch mit einem Mitarbeiter war schon sehr vielversprechend. Auch kleine Demotische für die Tabletop-Systeme Infinity und Warmachine/Hordes hatten hier ihren Platz gefunden, aber ich hatte den Eindruck, dass sich das Interesse der Besucher daran in einem überschaubaren Rahmen hielt. Etwas besser sah es dagegen bei dem opulent ausgestatteten Dungeon-Crawl-Brettspiel Myth aus, das auch spielerisch einiges zu bieten hat. Nach einigen Gesprächen mit Bekannten und dem Austausch nostalgischer Erinnerungen an die erste DSA-Version setzte ich meinen kleinen Messerundgang fort.
Direkt neben Ulisses Spiele, getrennt nur durch einen schmalen Durchgang und farblich in einem satten Rot gehalten, hatten Pegasus Spiele ihr Hauptquartier aufgeschlagen. Wie von den Friedbergern nicht anders gewohnt waren auch hier zahlreiche Neuveröffentlichungen zu bestaunen. Dabei hatten es mir vor allem die Spieltische angetan, da ich, als bekennender Western-Fan, unbedingt das Zwei-Personen-Spiel Revolver antesten wollte. Ein interessantes Spielprinzip, nett aufgemachte Karten und zahlreiche Strategiemöglichkeiten sorgen hier tatsächlich für spannende Spiele, wenn man nicht grade, so wie ich, in der zweiten Spielrunde, einen dämlichen Fehler macht und anschließend (verdient) haushoch verliert. Nach diesem, etwas frustrierenden, Erlebnis schaute ich mich noch etwas weiter am Stand um. Überrascht haben mich dabei in erster Linie die zahlreichen Krosmaster-Spieler, die hier ein Turnier mit ihren knuddeligen Figuren austrugen und zudem rege doppelte Charaktere austauschten. Neben dem obligatorischen Munchkin-Turnier und den dazugehörigen Neuveröffentlichungen zogen vor allem die beiden Rollenspielsysteme des Verlags, Shadowrun und H.P. Lovecrafts Cthulhu zahlreiche Neugierige an, so dass die Demo-Runden nahezu vollständig belegt waren. Da ich beide Systeme jedoch zur Genüge kenne, hielt ich mich auch hier nicht weiter auf sondern machte mich wieder auf den Weg.
Nach einigen weiteren kurzen Zwischenstopps an verschiedenen Ständen, dem einen oder anderen Schwätzchen und einem Abstecher nach draußen auf den Mittelaltermarkt (es regnete zwischenzeitlich wieder einmal), ging es hinüber in die Halle 4, in der sich die LARPer und Zeichner eingenistet hatten und in der auch die meisten Workshops und Rollenspielrunden stattfinden sollten. Waren es in den vergangenen Jahren vor allem die Fantasy-LARP-Spieler die das Bild der RPC dominiert hatten, so waren diesmal die Freunde des gepflegten postapokalyptischen Szenarios deutlich in der Überzhal. Auch Piraten, viktorianisch/wilhelminisch/steampunkig gekleidete Menschen und vor allem jede Menge Zombies gingen beziehungsweise schlurften durch diese Halle. Neugierig geworden machte ich mich auf die Suche nach dem Ursprung der Zombieinfektion und wurde dabei in einer finsteren Ecke der Halle fündig. Hier konnten interessierte Spieler sich als Untote präparieren lassen, ein Zombie-Survival-Training buchen, oder sich über die Ausbreitung und Bekämpfung der Infektion informieren. Wirklich verstörend waren allerdings die Aktionen auf der Bühne von Zombie.de, wo beispielsweise eine Rotte modriger Mädels zu „The Time Warp“ und Stücken aus den 60er Jahren eine etwas abgehackt wirkende Choreografie darboten.
Bis zu meinem nächsten Termin blieb noch ein wenig Zeit und so schlenderte ich ein wenig planlos über die etwas abgelegene Künstlermeile und die Comic Area, unterhielt mich mit einem befreundeten Zeichner und schaute mir die doch recht eindrucksvollen Werke der verschiedenen Künstler an. Besonders beeindruckt war ich dabei von den extrem finsteren Masters of the Universe-Varianten die Helge C. Balzer auf die Leinwand gebracht hatte und den niedlich-abstrusen Viechern von Matthias Derenbach, die allerdings beide nicht im Rahmen meines aktuellen Budgets lagen. Eher meine Preisklasse war dagegen der Comic Schisslaweng von Marvin Clifford, den ich mir bei der Gelegenheit auch gleich signieren ließ. Da ich in diesem Hallenbereich doch erstaunlich viel Zeit vertrödelt hatte, musste ich mich sogar ein wenig beeilen um rechtzeitig wieder am Workshopraum zu sein. Hier hatten sich tatsächlich ein paar Leute eingefunden um bei der Lesung von Frau Hölle dabei zu sein, dem Debütroman von Luci van Org. Die recht merkwürdige Geschichte über germanische Gottheiten die versuchen sich im Berlin der Gegenwart durchzuschlagen ist sicherlich nicht jedermanns Sache, doch die Autorin machte ihre Arbeit trotz der widrigen Umstände, dem recht hohen Geräuschpegel und ständigem Kommen und Gehen der Zuhörer, hervorragend und konnte sowohl mit der Lesung als auch mit ihrem musikalischen Intermezzo in der Pause mich, und wohl auch die anderen Zuhörer, nachhaltig beeindrucken. Nur ein paar Meter weiter hatte die Redaktion des Fanmagazins Cthulhus Ruf ihren Stand aufgebaut und verkaufte fleißig die fünfte Ausgabe ihres Heftes. Thematisch dazu passend hatte daneben der Regisseur von Die Farbe, Huan Vu, seinen Platz gefunden und rührte fleißig die Werbetrommel für sein aktuelles Projekt, die über Crowdfunding finanzierte filmische Umsetzung von Die Traumlande, einer Sammlung von Lovecraft-Geschichten.
Zwei für mich sehr interessante Workshops zum Thema Cthulhu-Rollenspiel, Wie die Sterne stehen und Queen Victoria vs. Cthulhu, konnten durch eine Fehlplanung der Räumlichkeiten leider nicht wie geplant stattfinden. Jedoch gelang es einigen fanatischen Kultisten (und auch mir) den zuständigen Redakteur, der ebenfalls hier herumlungerte, in eine mehr oder minder ruhige Ecke zu zerren und doch einen kurzen Ausblick auf die kommenden Veröffentlichungen zum Rollenspiel und Hintergrundinformationen zum frisch erschienenen Cthulhu Gaslicht zu erhalten. Danke an dieser Stelle nochmal an Daniel Neugebauer der sich trotz der widrigen Umstände ein bisschen Zeit für unsere nervigen Fragen genommen hat.
Nach einem weiteren Ausflug auf den Mittelaltermarkt (zum Regen waren nun noch Sturmböen hinzu gekommen), flüchtete ich schon nach wenigen Minuten wieder in die Halle 5 um einen weiteren Punkt auf meiner Liste abzuarbeiten. Als großer Fan des historischen Skirmish-Tabletops SAGA war ich sehr gespannt, wie die deutsche Umsetzung gelungen war, für die sich der Geländehersteller Stronghold Terrain verantwortlich zeigte. Zum Durchlesen hatte ich bisher zwar leider noch keine Zeit, aber zumindest von der Aufmachung schlägt das Buch das englische Original um Längen. Neben dem Regelwerk gab es zudem auch noch die passenden Würfel und natürlich Figuren am Stand zu erwerben. Unbedingt mitnehmen musste ich schließlich die beiden neuen, für das finstere Zeitalter ausgelegten, Resingebäude die in Zukunft meinen Spieltisch verschönern werden.
Direkt nebenan waren die Damen und Herren von Paint Your Imagination damit beschäftigt, zu demonstrieren, was sich mit ein wenig Farbe, einem Pinsel und etwas Übung alles mit Miniaturen anstellen lässt. Hier gab es zudem die Möglichkeit verschiedenen Malern beim Pinseln zuzuschauen oder bei einem der Workshops am Samstag selbst kleine Panzer anzumalen oder einer NERF-Gun einen neuen Anstrich zu verpassen. Allerdings interessierten mich die Kurse am nächsten Tag deutlich mehr und so nutzte ich die Gelegenheit und setzte meinen Namen auf die Anmeldeliste.
Mittlerweile war es schon recht spät und die meisten Besucher machten sich auf den Weg in Richtung Ausgang. Eigentlich hatte ich geplant, noch bis zur Verleihung der RPC Awards zu bleiben, doch die Nächte davor waren kurz gewesen und der mittlerweile prall gefüllte Rucksack lastete schwer auf meinen Schultern. So drehte ich noch eine kurze Verabschiedungsrunde und schleppte mich dann auch in Richtung meiner Herberge, die glücklicherweise nicht weit entfernt lag. Mittlerweile hatten sich Sturm und Regen jedoch weiter verstärkt und die vielleicht 300 Meter vom Messeausgang bis zum Hotel waren ausreichend um mich völlig zu durchnässen. Immerhin waren die meisten Sachen die ich mir gekauft hatte eingeschweißt, so dass ich hier keine Verluste zu beklagen hatte. Auf Grund des fürchterlichen Wetters entfiel dann auch das eigentlich fest eingeplante Abendessen beim Griechen an der Deutzer Brücke. Die Alternative im hoteleigenen Restaurant sah zwar einladend aus, aber die Preise waren weit von dem entfernt, was ich zu zahlen bereit gewesen wäre. So begnügte ich mich letztendlich mit einer Bockwurst von der Tankstelle gegenüber und einigen Keksen, die noch von meiner Messeverpflegung übrig geblieben waren.


Nach einer weiteren viel zu kurzen Nacht und einem exzessiven, leckeren, und leider auch sehr teuren, Frühstück machte ich mich für die zweite Runde auf der RPC bereit. Da ich mich im Hotel nicht sonderlich beeilt hatte, erreichte ich die Messehalle erst gegen 11 Uhr, wo der erste Besucheranstrom schon abgeebbt war, auch den ersten Regenschauer des Tages hatte ich verpasst. 
Sehr entspannt schlenderte ich diesmal etwas länger durch den Bereich mit den Computerspielen, betrachtete mir die Fortsetzung des Fantasy-Football-Spiels Blood Bowl, das zwar etwas besser aussieht als der erste Teil, aber spielerisch nur wenig Neues bietet. Das erste kurze Antesten des Fantasy-Prügel-Rollenspiel Lords Of The Fallen machte zwar durchaus Appetit auf mehr, doch wird mein heimischer Rechner dabei sicherlich nicht mehr mithalten können, wenn das Spiel im Herbst veröffentlicht wird. Schon fast einen Hauch zu nah an der Realität ist dagegen das Hacker-Spiel Watch Dogs von Ubisoft, in dem der Spieler sich in fremde Smartphones hackt, Computer manipuliert und dabei versucht den Konzernkillern und Verbrechersyndikaten einen Schritt voraus zu sein. Ein durchaus reizvolles Spiel, das ich wohl doch näher im Auge behalten muss, wenn es Ende des Monats erscheint. Ansonsten beschränkten sich die meisten Veröffentlichungen auf Fortsetzungen etablierter Spieleserien, grafisch dem heutigen Standard angepasst, dagegen spielerisch nicht sonderlich innovativ. Nachdem ich hier doch erstaunlich viel Zeit verbracht hatte, setzte ich meinen Weg fort, der mich dabei zum Verlag Martin Ellermeier führte, der neben einer neuen Ausgabe seines Magazins Tabletop Insider auch Demos für das Endzeit-Skirmish-Spiel Eden und das kleinmaßstabige SciFi-Tabletop Dropzone Commander im Gepäck hatte. Die Tische waren recht ansprechend gestaltet, auch wenn mich der Qualm etwas irritierte der unter einem der Tisch hervorquoll. Allerdings wurde mir versichert, das dies Teil des Dioramas sei. Nicht weit davon entfernt hatten Micro Art Studios und Freebooter Miniatures ihre Stände und so nutzte ich die Gelegenheit und holte einige vorbestellte Miniaturen ab.
Auf dem weiteren Weg durch die Halle erzählte mir ein Bekannter, dass es draußen tatsächlich sonnig und trocken wäre und so versuchte ich ein weiteres Mal mein Glück auf dem Mittelaltermarkt. Und tatsächlich: Der nächste Regenschauer ließ fast zwanzig Minuten auf sich warten. In dieser Zeit hatte ich endlich einmal Gelegenheit in Ruhe die Stände zu begutachten. Jeder der schon einmal einen Mittelaltermarkt besucht hat, dürfte wissen, was für ein Sammelsurium an unterschiedlichsten Dingen es dort zu finden gibt: Schmiedehandwerk, Gewandungen, Schnitzereien, Lederarbeiten, die unvermeidlichen Metstände und Fleischbratereien. Eine Ausnahme bildete allerdings ein Stand mit Steinmetzarbeiten, der Ornamente, kleine Gartenfiguren und allerlei anderen Zierrat fein säuberlich aus Sandstein gehauen, anbot. Gerne hätte ich mir noch ein paar andere Dinge genauer angeschaut oder mir einen leckeren Fleischspieß gegönnt, doch ein weiterer Termin rückte näher, außerdem fing es schon wieder leicht zu regnen an.
Schon am Vortag hatte ich mich zu einem Malworkshop mit dem Thema „Layering“ eingetragen und pünktlich um 14 Uhr wurden dann auch die Pinsel geschwungen. Unter fachkundiger Anleitung und in die Arbeit vertieft verging die Zeit erstaunlich schnell und als ich das nächste Mal auf die Uhr schaute, war die Lesung der Kurzgeschichten aus Die alten Götter, die ich eigentlich noch besuchen wollte, schon fast vorüber. Immerhin schaffte ich es dann doch rechtzeitig nach draußen (Regen, unterbrochen von kurzen trockenen und stürmischen Phasen) um mir den musikalischen Höhepunkt der RPC, den Auftritt der bekannten Mittelalter-Combo Schandmaul, anzuschauen. Ich hatte die Band zwar erst im März im Wiesbadener Schlachthof gesehen, aber wenn sich schon mal solch eine Gelegenheit bot, ergriff ich sie doch gerne. Nach knapp einer Stunde war der Auftritt dann auch beendet und die diesjährige Veranstaltung neigte sich bedrohlich ihrem Ende entgegen. Allerdings wollte ich den Markt nicht verlassen, ohne mir einen Brotfladen zu gönnen, dick mit lecker Knobi-Sauce bestrichen, damit meine Kollegen im Büro am nächsten Tag auch noch etwas davon haben würden.



Auf einer letzten Runde durch die beiden Hallen nutzte ich schließlich die Gelegenheit, mich von vielen alten und einigen neuen Freunden zu verabschieden, Mail-Adressen auszutauschen und schon Absprachen für die FeenCon in Bonn (die in diesem Jahr zum 25sten Mal stattfindet) und die SPIEL im Oktober zu treffen. Ein Großteil der Besucher war zu diesem Zeitpunkt schon auf dem Heimweg und auch einige der Aussteller hatten bereits damit angefangen, ihre Waren zu verstauen und die Stände abzuschlagen. Nach einem oder zwei Last-Minute-Einkäufen war für mich die Veranstaltung dann ebenfalls zu Ende und ich machte mich zum Auto auf, wo ich meine Beute im, mittlerweile bedenklich vollen, Kofferraum verstaute. Nach einem kurzen Zwischenstopp an der Tankstelle ging es dann direkt auf die Autobahn und nach Hause, wo ich schließlich den Rest des Abends damit verbrachte, meine neuen Errungenschaften zu begutachten.


Die RPC hat sich mittlerweile nicht nur für die Besucher, sondern auch bei den Verlagen aus dem Fantasy-Brett- und Rollenspielbereich im Veranstaltungskalender fest etabliert, teilweise sogar die Spielemesse in Essen an Bedeutung übertroffen. Leider haben auch die Kölner Hoteliers die gute Resonanz wohl mitbekommen und die Übernachtungspreise an den gängigen Messestandard angepasst. Die Preissteigerung um gut 50% Prozent schmerzt dabei schon erheblich, auch frühere Sonderleistung wie kostenlose Parkplätze in der Hotelgarage oder das im Preis inbegriffene Frühstück sind weggefallen. Dies aber nur am Rande.
Mir persönlich gefällt an dieser Veranstaltung vor allem die Kombination von eher entspannter Atmosphäre, wie man sie eigentlich nur bei kleineren Conventions kennt, die große Bandbreite an unterschiedlichsten Interessenschwerpunkten und das geschäftige Treiben einer richtigen Messe. Zudem gelingt es den Organisatoren eigentlich in jedem Jahr ein recht gelungenes, vielfältiges und attraktives Programm auf die Beine zu stellen, das für jeden Besucher etwas bereit hält. Ein kleiner Wermutstropfen, den ich dabei aber gerne in Kauf nehme, ist die Tatsache, dass es praktisch nicht möglich ist, alle interessanten Workshop, Lesungen, Konzerte und ähnliche Veranstaltungen zu besuchen die angeboten werden. Auch reicht die Zeit meist nicht, um sich jedem Aussteller so zu widmen, wie er es eigentlich verdient hätte. So schaute ich nur kurz bei den, von der GFR e.V. organisierten, Rollenspielrunden vorbei, warf einen flüchtigen Blick auf die Manga-Zeichner, die versteckt in Halle 4 lagen oder entdeckte erst zu Hause beim erneuten Durchlesen des Veranstaltungsprogramms einige Punkte, die vollständig an mir vorüber gegangen waren. Auf jeden Fall habe ich auch in diesem Jahr wieder viele spannende Eindrücke aus dem Bereich der fantastischen Spiele mit nach Hause genommen, viel zu viel Geld ausgegeben und zahlreiche interessante Gespräche geführt.

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