Sonntag, 3. November 2013

[Messe] SPIEL '13
Donnerstag, 24. Oktober 2013 
Gruga, Essen


Die sonst eher beschauliche Ruhrmetropole Essen mutiert jedes Jahr, Ende Oktober, für vier Tage zum Wallfahrtsort für Spielbegeisterte aus aller Welt. Dort treffen sich Verlage, Spieleautoren, Zeichner, Fans und Geschäftsleute um Neuheiten vorzustellen, sich mit frischen Spielsachen einzudecken oder einfach nur miteinander zu spielen. Auch mich zieht es seit mittlerweile fast 20 Jahren jedes Jahr in die Gruga-Hallen um mir dort Spiele, Figuren, Comics und allerlei andere Dinge anzuschauen und natürlich auch fleißig zu konsumieren.

Nachdem jedoch aus meinem Bekanntenkreis in diesem Jahr zahlreiche Absagen kamen und meine eigene Motivation nicht übermäßig hoch war alleine auf die Messe zu fahren, hatte ich mich eigentlich schon damit abgefunden, die SPIEL nicht zu besuchen. Den schon genehmigten Urlaub konnte ich sicherlich anderweitig sinnvoll nutzen, und nebenbei auch noch Geld sparen. Wenige Tage vor Messebeginn bekam ich jedoch von einem Freund eine Mail, dass er noch jemand zum Aufbau für seinen Stand brauche und mir sowohl Mitfahrgelegenheit als auch Schlafplatz von Mittwoch auf Donnerstag stellen könnte. Kurzentschlossen warf ich daher meine guten Vorsätze über Bord und sagte zu.

Für gewöhnlich bereite ich mich schon Wochen vor der Messe akribisch auf den Besuch vor, stelle Listen von Spielen zusammen, die ich mir unbedingt anschauen möchte und vereinbare den einen oder anderen Gesprächstermin bei Verlagen. Da mir in diesem Jahr jedoch einfach die Planungszeit im Vorfeld fehlte, musste ich mich mit einem groben Hallenplan begnügen und vor Ort sehen, wohin mich die Besucherströme treiben würden. Erschwert wurde die Angelegenheit zudem durch den Umzug in einen anderen Hallenkomplex. Fand die Messe, zumindest so lange ich mich erinnern kann, immer in den Hallen 4 bis 12 statt, so verlagerte sich das Geschehen in diesem Jahr auf die wesentlich größeren Hallen 1, 2 und 3. Damit fielen auch noch einige Fixpunkte weg, an denen ich mich jahrelang orientiert hatte und die ich auch zur Not im Schlaf finden konnte.



War das Wetter die Tage vor der Messe von ungewöhnlich warmen Temperaturen und Sonnenschein geprägt, so gingen schon mittwochs morgens auf dem Weg zum Treffpunkt im hessischen Bischofsheim mehrere starke Regenschauer nieder. Hier musste noch, mittlerweile bei strömendem Regen ein Transporter mit allerlei Kleinkram und den notwendigen Utensilien für den Messestand bestückt werden. Unser, zugegeben optimistischer, Zeitplan war schon nach kurzer Zeit Makulatur und so machten wir uns erst gut anderthalb Stunden nach der geplanten Abfahrtszeit auf den Weg nach Essen. Die Fahrt gestaltete sich, trotz des immer noch regnerischen Wetters, recht ereignislos von dem obligatorischen Stau rings um Köln einmal abgesehen.

Nachdem wir gegen 14 Uhr an den Messehallen angekommen waren, mussten wir uns erst neu orientieren da, wieder bedingt durch den Umzug, die ganze Logistik eine andere war als in den Jahren zuvor. Das unerschütterliche Personal der Messe konnte jedoch alle offenen Fragen klären und so begannen wir mir den Vorbereitungen. 

Obwohl Teile des Teams bisher noch nicht miteinander gearbeitet hatten, gestaltete sich der Aufbau des Standes angenehm unproblematisch und schon nach rund zwei Stunden waren Blisterwände, Spielplatte, Dekoration und Vitrinen aufgebaut, so dass mir noch ausreichend Zeit blieb, durch die Hallen zu schlendern, mir die Stände anzuschauen und schon auf meiner imaginären Checkliste das eine oder andere Leckerli zu vermerken. Überrascht war ich allerdings doch von den vielen leeren Standflächen, die über sämtliche Hallen verteilt waren. Hier würde der eine oder andere Aussteller sicherlich noch eine Nachtschicht einlegen müssen um alles fertig zu bekommen.

Relativ entspannt machten wir uns anschließend im Feierabendverkehr auf den Weg ins benachbarte Oberhausen, wo wir unsere Zimmer bezogen und das weitere Vorgehen besprachen. Es mussten noch einige Vorbereitungen für den Messestand erledigt werden, doch zuerst stand das schon traditionelle Abendessen im CentrO an, allerdings fiel in diesem Jahr der Absacker im Pub aus, da im Hotel noch ein wenig Arbeit auf uns wartete. Außerdem wollte ich mich dann doch nicht ganz unvorbereitet ins Getümmel stürzen und stellte noch eine Liste mit möglichen Anlaufpositionen für den nächsten Tag zusammen.



Da ich glücklicherweise über einen Ausstellerausweis verfügte, konnte ich am Donnerstag, dem Tag der Messeeröffnung, schon kurz nach 9.00 Uhr die Hallen betreten, während sich draußen die ersten Besucherschlangen vor den Eingängen bildeten. Mittlerweile waren auch die letzten leeren Flächen in der Halle verschwunden, doch offensichtlich waren viele Aussteller von den neuen Aufbauzeiten überrascht worden und so wurde fast überall noch fleißig gebaut. Nachdem wir noch letzte Hand an den Stand gelegt hatten, ließ ich meine Freunde von Megalith Miniatures schließlich alleine mit ihrer Arbeit und machte mich auf den Weg durch die Halle 2.


Schon vielen seit Jahren ist einer meiner ersten Anlaufpunkte der Stand von Freebooter Miniatures. Und so führte mich auch diesmal der direkte Weg zu Werner Klocke und seiner Crew. Neben einigen frischen Miniaturen (einschließlich Zombie-Oktopussen) und einer neuen Fraktion für Freebooter's Fate galt mein besonderes Interesse vor allem der App Companero, mit deren Hilfe sich die Spieler ihre Mannschaften für dieses Skirmish-Tabletop problemlos per Smart Phone zusammenstellen können. Nach dem obligatorischen Kauf einiger Püppchen und einem netten, wenn auch viel zu kurzen, Plausch setzte ich meinen Weg fort.

Nur wenige Meter weiter hatten nämlich Green Eye Games ihr Lager aufgeschlagen. Da es noch immer recht früh war und ein Großteil der Besuchermassen sich noch im Eingangsbereich staute, nutzte ich die Gelegenheit um mit dem renommierten Spieleentwickler Sandy Petersen über Cthulhu Wars zu sprechen. Finanziert über eine Crowdfunding-Plattform soll dieses Spiel im ersten Quartal 2014 erscheinen und den Spielern die Möglichkeit geben als Große Alte aus dem Lovecraft-Mythos um die Weltherrschaft zu kämpfen. Bis ich das fertige Spiel in den Händen halten kann, muss ich mich also noch ein wenig gedulden, aber immerhin konnte ich hier schon den Prototyp in den Händen halten, die Spielfiguren streicheln und einige Goodies abgreifen.

Drei Stände weiter hatte die Belegschaft vom Uhrwerk Verlag ein Plätzchen gefunden und ich nutzte die Gelegenheit auch hier "Hallo!" zu sagen. Obwohl sie einige Neuheiten am Start hatten, beispielsweise Zombory, eine Memory-Variante mit Zombies, fehlte mir in diesem Jahr das wirkliche Highlight. Allerdings teilte sich der Verlag den Stand mit den Briten von Modiphius, die drei Rollenspiele vorgestellten. Sowohl Mutant Chronicles als auch DUST basieren eigentlich auf Tabletop-Systemen, deren Hintergründe nun auch für Rollenspieler zugänglich werden sollen, das dritte System war dagegen eine Eigenproduktion und für mich als alten Kultisten besonders interessant. Achtung! Cthulhu verlagert, wie sich vielleicht anhand des Titels schon vermuten lässt, den Kampf gegen die Große Alten in die Wirren des Zweiten Weltkriegs. Auch hier gab es leider nur einige Vorab-Muster anzuschauen, da das fertige Produkt, ebenfalls wieder über Crowdfunding finanziert, noch nicht fertig ist und mit etwas Glück Ende des Jahres ausgeliefert wird. Ebenfalls in der gleichen Ecke der Halle war der Mantikore Verlag untergebracht, der vor allem für seine Abenteuer-Spielbücher bekannt ist, doch diesmal stand das Game of Thrones-Rollenspiel im Mittelpunkt des Interesses. Im letzten Jahr hatte ich schon ein nettes Schwätzchen mit den Verantwortlichen bei Soda Pop Miniatures aus den USA, halten können. Diese hatten mit Super Dungeon Explore ein klassisches Dungeon-Crawl-Spiel mit ausgesprochen niedlichen Figuren und gewissen Anleihen an Computerspiele am Start, das mittlerweile auch schon einige Erweiterungen spendiert bekommen hat. Angesprochen auf Promo-Miniaturen, neue Szenarien oder ihr nächstes Projekt, das Tabletop Relic Knights, wurde mir gesagt, dass sämtliches Material für die Messe noch in einem chinesischen Hafen auf den Versand wartet. Sehr ärgerlich, vor allem für den Verlag selbst, da so die Chance auf eine großangelegte Präsentation in Europa wieder für ein Jahr vertan wurde. Ebenfalls gespannt war ich auf Wyrd Miniatures, die zum ersten Mal in Essen waren. Vor einigen Jahren hatte ich deren Steampunk-Horror-Western-Skirmish-Tabletop Malifaux recht intensiv gespielt, es allerdings irgendwann aus den Augen verloren. Hier gab es neben der zweiten Edition vor allem sehr ansehnliche neue Miniaturen, die mein Interesse an dem Spiel fast augenblicklich wieder anheizten. Auch das fiese Kartenspiel Evil Baby Orphanage musste, alleine schon wegen der Thematik, unbedingt in meine Sammlung. Bei Ulisses Spiele drehte sich, wie gewohnt wieder sehr viel um ihr Flaggschiff Das Schwarze Auge, aber auch die anderen Systeme des Verlags kamen nicht zu kurz. Das Standkonzept, mit dem sie schon auf der RPC anscheinend gute Erfahrungen gemacht hatte, wurde hier fortgesetzt und ich konnte relativ entspannt mit einigen der Verantwortlichen ein kurzer Schwätzchen halten.


Damit hatte ich fürs Erste genug Rollenspiele und Tabletops gesehen und wollte mich den Comics, ebenfalls in Halle 2, widmen. Zumindest meinem Empfinden nach war die Comic Action diesmal erheblich kleiner als in den Jahren zuvor. Natürlich hatten Panini Comics wieder einen großen Stand, an dem sich schon früh die Fans drängten um ein Autogramm eines der zahlreichen Zeichner zu ergattern. Auch Ehepa, Cross Cult und Splitter und einige weitere Verlage und Händler hatten sich wieder auf den Weg nach Essen gemacht und präsentierten dort ihre Neuheiten und Raritäten. Dennoch bin ich mir ziemlich sicher, dass es nicht nur die neue Hallenaufteilung war, die den Bereich der bunten Bildergeschichten so klein wirken ließ. Nach wie vor erfreute sich jedoch die „Zeichnerallee“ einer gewissen Beliebtheit, hatten sich hier doch viele Zeichner und Illustratoren niedergelassen und stellten ihre Arbeiten aus und zeichneten für die Besucher. Leider war, trotz intensiver Suche, meine Jagd nach einigen seltenen Comics und Bildbänden nicht von Erfolg gekrönt und so entschloss ich mich einen der kleinen Außenbereiche für eine kurze Pause zu nutzen.



Im Gegensatz zum Vortag hatte sich das Wetter wieder beruhigt und ich konnte die Herbstsonne und vor allem die frische Luft genießen. Einige übereinander gestapelte Paletten dienten mir als Sitzgelegenheit während ich meine bisherigen Errungenschaften auspackte und begutachtete. Außer einigen Miniaturen und einem kleinen Kartenspiel war die Ausbeute bisher doch eher bescheiden, was aber auch daran lag, dass ich mir die schweren, umfangreichen Brettspiele und Bücher für den Schlussspurt aufheben wollte. Nach einigen Gesprächen mit meinen Sitznachbarn und einem Blick auf meinen provisorischen Messeplan machte ich mich dann doch wieder etwas erholt auf den Weg. Hatte ich mich bisher ausschließlich in Halle 2 aufgehalten, sollte mich mein nächster Weg nun in Halle 1 führen, wo sich viele ausländische Spielerhersteller tummelten, aber auch einige einheimische Verlage ihren Platz gefunden hatten.



Der imposanteste Stand, und damit kaum zu übersehen, waren Queen Games, die eine ganze Reihe von Neuheiten im Gepäck hatten. Entsprechend gut besucht waren auch die Spieltische, wo die Besucher beispielsweise Lost Legends, Templar oder Dark Darker Darkest antesten konnten. Zumindest das letztgenannte, eines der unglaublich vielen Spiele mit Zombie-Thematik in diesem Jahr, hätte ich mir gerne näher angeschaut, doch angesichts der langen Schlange vor den Tischen gab ich diesen Plan praktisch sofort wieder auf. Etwas überschaubarer war die Situation bei den Bulgaren von Mage Company, die ihr märchenhaftes Brettspiel 12 Realms vorstellten, ein weiteres über Crowdfunding finanziertes Projekt. Zumindest optisch machte das Spiel einen sehr ansprechenden Eindruck und auch die Erklärung des Standpersonals konnten durchaus überzeugen. Schräg gegenüber hatten die US-Amerikaner von Global Games Distribution ihren Stand aufgebaut und konzentrierten sich bei ihrer Präsentation auf Krosmaster: Arena. Dieses, eigentlich französische, Spiel basiert auf einem Browser-Game und hatte mich schon vor zwei Jahren bei der Vorstellung des Prototyps interessiert. Hier nahm ich mir tatsächlich die Zeit für ein kurzes Testspiel, was in einer triumphalen Niederlage meinerseits endete. Letztendlich gefielen mir Aufmachung, Spielthematik und -ablauf jedoch so gut, dass ich mir ein englisches Exemplar sicherte. Leider merkte ich jedoch erst viel später, dass der eigentliche Hersteller, Ankama Products, ebenfalls auf der Messe war, wenn auch in einer anderen Halle und das Spiel in Deutsch dabei hatte. Da langsam die Zeit knapp wurde, musste ich mich bei vielen der anderen Verlage mit flüchtigen Blicken auf die Neuheiten begnügen. Vor allem fielen mir dabei The Witches von Treefrog Games ins Auge. Dabei handelt es sich um ein weiteres Brettspiel vor dem Hintergrund von Terry Pratchetts Scheibenwelt. Auch immer wieder lustig sind die Spiele von Czech Board Games, die nach Feier- und Trinkspielen in den letzten beiden Jahren nun das nicht ganz ernst gemeinte Krankenhauskartenspiel Dr. Hrubec vorstellten. Zwischendurch lenkte das Wrestling-Würfelspiel Luchador! mit seinen knallbunten Illustrationen meine Aufmerksamkeit auf sich. Glücklicherweise hatte ein Freund von mir sich das Spiel schon geholt und so könnte ich es später bei einem unserer regelmäßigen Spieleabende näher betrachten. Auf meinem Weg in Halle 3 blieb ich dann schließlich doch noch am Stand der Neuseeländer von Battlefront Miniatures hängen, die mittlerweile ein ganzes Sammelsurium an Spielen und Tabletop-Zubehör unter ihrem Dach vereinigen. Neben den obligatorischen Neuheiten für ihr zentrales Spiel Flames of War hatten sie einige hervorragend modellierte Miniaturen für das Dungeons & Dragons-Rollenspiel dabei und natürlich Figuren für das Weird-War-Tabletop DUST, dessen Lizenz sie erst vor kurzem erworben haben. Nur einen flüchtigen Blick konnte ich dagegen auf die Auslagen bei WizKids werfen, die neben vielen neu aufgelegten HeroClix-Figuren auch ein neues Spiel zum StarTrek-Franchise am Start hatten, bei denen sich die Spieler mit ihren Schiffen Raumschlachten liefern.



Mittlerweile war es schon nach 15 Uhr, ich hatte noch lange nicht alles gesehen, was die Messe zu bieten hat, mein Budget war, mir völlig unerklärlich, zusammengeschrumpft und zu allem Überfluss hatte sich meine Mitfahrgelegenheit für den Heimweg auch noch nicht gemeldet. Doch trotz der langsam aufkommenden Panik, musste ich noch eine kleine Pause einlegen. In den Ohren hatte ich einen beständigen Summton, erste Anzeichen einer Migräne machten sich bemerkbar und die Luft war, obwohl es der erste Messetag war, zum Schneiden. Nach einer Viertelstunde unter freiem Himmel, einem tiefen Schluck aus der Flasche und einigen Telefonaten um eine Heimfahrt zu organisieren, ging es mir erheblich besser und ich machte mich zum vermeintlichen Endspurt in Halle 3 auf.



Waren die anderen Halle schon voll gewesen, so war hier stellenweise an ein Durchkommen gar nicht mehr zu denken. Den eigentlichen Plan, meine Tour am imposanten Stand von Pegasus Spiele zu starten ließ ich fast augenblicklich fallen, da sich hier die Besucher dicht drängten. Wahrscheinlich war dies zu großen Teilen der neuen Shadowrun-Edition geschuldet, die ganz frisch unters Spielervolk gebracht wurde. Auch für Freunde des Cthulhu-Rollenspiels gab es neues Material, das ich nur von weitem sehen konnte und natürlich liefen die ersten Runde für das obligatorische Munchkin-Turnier. Direkt gegenüber weiter hatten Iello ihre Demoflächen aufgebaut und zeigten neben neuem Material für King of Tokyo die beiden umfangreichen Brettspiele Guardians Chronicles und Zombie 15. Auch an anderen Ständen hatten die Lebenden Toten die Kontrolle übernommen, beispielsweise die Zombies!-Reihe von Twilight Creations/Pegasus, Zombicide von Guillotine Games oder The Walking Dead von Z-Man Games. Nicht, das mir die Thematik nicht liegt, aber irgendwann stellt sich doch eine gewisse Übersättigung ein, vor allem, wenn ich den Eindruck habe, dass einige Verlage versuchen mit eher bescheidenen Spielen dem neusten Trend nachzuhecheln. Da ich schon in der Gegend war, stattete ich dem Sphinx Spieleverlag noch einen kurzen Besuch ab, der in diesem Jahr wieder ein kleines Spielchen aus seiner „Schwarzen Serie“ auf der Messe veröffentlichte. Die Ratten im Gemäuer orientiert sich thematisch an der gleichnamigen Erzählung Lovecrafts und entpuppt sich beim genaueren Hinschauen als interessante Variante des Mäxchen-Würfelspiels. Während ich noch die Reihen entlang schlenderte, zeigte mir ein Blick auf die Uhr zeigte mir, dass ich irgendwo in der Halle fast zwei Stunden Zeit verloren hatte und mir keine Stunde mehr blieb um die letzten Einkäufe zu tätigen und den Weg zum vereinbarten Treffpunkt einzuschlagen.



Noch immer dichtes Gedränge herrschte am Stand und den Verkaufsflächen des Heidelberger Spieleverlags, und da ich deren Angebot über den Spielehändler meines Vertrauens (bei der Gelegenheit vielen Dank an das Team vom Orcish Outpost in Mainz) beziehen kann, machte ich auch hier einen Bogen um die Menschenmassen. Wie geplant gönnte ich mir noch schnell einige Resin-Figuren für das nicht ganz ernst gemeinte Wrestling-Spiel Da Clash! von Ammon Miniatures und die neueste Ausgabe der Zeitschrift Tabletop Insider am Stand direkt nebenan. Leider reichte die Zeit nicht mehr für eine Demo des vielversprechenden und zumindest optisch eindrucksvollen Tabletops Dropzone Commander von Hawk Wargames, aber immerhin wanderte auch hier eine Notiz zur späteren Inaugenscheinnahme auf meine Liste. Viel früher am Tag hatte ich schon ein nettes Gespräch mit den Leuten von Warlord Games gehabt, die wieder einige ihrer Kunststoff-Miniaturen für die verschiedensten historischen Tabletop-Systeme im Gepäck hatten. Nun kehrte ich an den Stand zurück, um das massive Regelwerk für das Judge Dredd-Tabletop in Empfang zu nehmen, dass ich mir hatte zurück legen lassen. Jetzt blieb mir eigentlich nur noch, meine Beute, die ich vorher zwischengelagert hatte, bei den Kollegen von Megalith Games abzuholen, mich von diversen Bekannten und Freunden zu verabschieden und versuchen das Messegelände vor dem allgemeinen Besucherstrom zu verlassen.





Nur ein Tag für eine Messe dieser Größenordnung ist bei weitem nicht ausreichend und gerne hätte ich mir das eine oder andere Spiel intensiver angeschaut oder sogar Probe gespielt. Doch leider war dafür ebenso wenig Zeit wie für die sonst üblichen Gespräche mit Autoren und Verlagen. Dennoch habe ich an diesem Tag erstaunlich viele interessante Neuheiten gesehen und mir fleißig Notizen zur späteren Verwertung gemacht. Mit einigen dieser Spiele werde ich mich sicherlich in Zukunft noch intensiver auseinander setzen, auch wenn ich sie hier nur flüchtig oder gar nicht erwähnt habe. Als ich bei der Sichtung des Materials auch den Messe-Katalog durchblätterte, entdeckte ich zudem einige Verlage die ich anscheinend übersehen hatte, bei denen ich aber gerne vorbeigeschaut hätte. Das muss dann im nächsten Jahr besser werden.

Durch den Umzug in die neuen Hallen wirkt, zumindest auf mich, der ganze Aufbau erheblich strukturierter, so dass es kein Problem ist Stände wiederzufinden, eine vernünftige Marschroute zu planen oder sich anhand der Standnummern zu orientieren. Außerdem fiel mir auf, das einige bekannte, und liebgewonnene, Verlage in diesem Jahr darauf verzichtet haben, auf der SPIEL auszustellen. Ob dies der wirtschaftlichen Situation, den Standpreisen oder der wachsenden Bedeutung der RPC geschuldet ist, kann ich als Außenstehender jedoch nur schlecht beurteilen. Dafür gab es jedoch viele neue Gesichter, beispielsweise Wyrd Miniatures aus den USA oder den Games Workshop-Ableger Forgeworld. Natürlich fahren die großen, traditionsreichen Spieleverlage wie Kosmos, Amigo, Hasbro, Ulisses, Pegasus oder der Heidelberger Spieleverlag ein beeindruckendes Programm auf, doch viel spannender sind für mich die kleinen Verlage die nur hier die Gelegenheit haben, ihre Produkte einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen.