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Sonntag, 8. Februar 2026

Spielwarenmesse 2026


[Messe] Spielwarenmesse 2026

29. Januar 2026 
NürnbergMesse, Nürnberg

 


Wie jedes Jahr nutzen zahlreiche Verlage die Spielwarenmesse in Nürnberg, um kommende Veröffentlichungen zu präsentieren, den einen oder anderen Prototyp anzuteasern und natürlich für die Kontaktpflege. Hinzu kommt außerdem noch, dass die Messe 2026 ihr 75jähriges Bestehen feiert. Diese Gelegenheit kann und möchte ich mir nicht entgehen lassen und so führt auch in diesem Jahr mein Weg wieder in die Frankenmetropole. Der organisatorische Teil ist relativ schnell erledigt, so dass ich dem Termin entspannt entgegensehen kann.

Einzig die Anreise bereitet mir ein wenig Kopfzerbrechen. Der öffentliche Nahverkehr im Rhein-Main-Gebiet gleicht derzeit einem Glücksspiel - die aktuelle Wetterlage macht die Situation nicht besser. So muss ich meine ursprünglichen Pläne revidieren und fahre an einem verregneten Donnerstagmorgen mit dem Auto direkt nach Frankfurt. Die anschließende Fahrt mit der S-Bahn vom Parkplatz an den Hauptbahnhof verläuft genau so, wie es sein sollte - entspannt und pünktlich. Ich habe sogar ausreichend Zeit für ein kleines Frühstück.

Das Schaukelpferd
Während ich mein belegtes Brötchen vertilge, schiele zwischendurch immer wieder auf die Anzeigentafel. Zuerst verspätet sich die Abfahrtszeit des Zuges um acht Minuten, dann sind es bereits 20 Minuten und schließlich fällt er komplett aus - ohne Angabe von Gründen. Das Schalterpersonal kann mir auch nicht weiterhelfen und vertröstet mich. Also muss ich auf den nächsten ICE Richtung Bayern warten. Fahrplanmäßig soll dieser eine Stunde später starten, ich würde meine Termine alle schaffen. Leider ist diese Hoffnung nur von kurzer Dauer, denn auch hier kommen die Fahrtzeitkorrekturen im Minutentakt. Zuerst spricht die Durchsage von Streckenschäden, dann Schäden am Zug und am Ende sind es "Technische Probleme" welche die Einfahrt verzögern. Als der Zug mit gut 70minütiger Verspätung den Frankfurter Hauptbahnhof erreicht, habe ich meinen ersten Termin schon absagen müssen.

Am Ende komme ich fast 90 Minuten später als geplant in Nürnberg an - und bin bereits minimal genervt. Immerhin verläuft die Weiterreise zu den Messehallen mit der hiesigen U-Bahn vorbildlich. Nachdem der erste Zug direkt vor meiner Nase den Bahnhof verlassen hat, kommt nur wenige Augenblicke später die nächste ans Gleis. Und nach nicht einmal 20 Minuten stehe ich schon im Eingangsbereich Mitte. Von hier sind es nur einige Schritte bis zu meinem Termin.

HeidelBÄR Games

Noch mit Jacke und Reisegepäck erreiche ich den Stand in Halle 10.1 - und habe immerhin ganze zwei Minuten Puffer bis zu meinem Termin. Nach einer kurzen Verschnaufpause folgt ein ausführlicher Überblick der aktuellen und kommenden Neuheiten des Verlags aus dem Odenwald. Für das mehrfach preisgekrönte und mit zahlreichen Ablegern ausgestattete Codenames stehen eine Art Mini-Erweiterungen in den Startlöchern. Dabei handelt es sich um thematisch eng definierte Karten-Packs zu Märchen, SciFi und possierlichen Tieren. Neben den 25 Begriffskarten gibt es zudem neu illustrierte Agenten. Noch im Entstehen ist die deutsche Version von Spyworld, das bisher nur im französischen Original vorliegt. Im ersten Teil des Spiels baut man sein geheimes Hauptquartier mit Fallen, Technik und Handlangern auf, um im zweiten Part, eine gegnerische Basis zu infiltrieren. Comichafte Aufmachung, ein originelles Spielprinzip und die Möglichkeit, die Mitspieler zu ärgern bringen das Spiel auf meine To-Do-Liste. Einen kurzen Abriss über die beiden bereits erschienenen Legespiele Railroad Tiles und Wispwood gibt es der Vollständigkeit halber obendrauf. Besonders interessiert mich jedoch The Queen's Dilemma, dessen Veröffentlichung gegen Ende des Jahres geplant ist. Wie schon beim Vorgänger handelt es sich hier um ein anspruchsvolles Legacy-Strategiespiel mit eindrucksvollem Umfang und opulenter Ausstattung. Der erste Eindruck ist sehr, sehr gut, bis ich das Spiel genauer unter die Lupe nehmen kann, wird aber sicher noch einige Zeit vergehen.

Viele, viele SteinchenNach diesem ausführlichen Überblick auf die Produktpalette mache ich mich endlich auf den Weg ins Pressezentrum. Hier gibt es, trotz der fortgeschrittenen Stunde, einen freien Spind, in dem ich meine Habseligkeiten verstauen kann. Bei einer kurzen Pause (und einem zweiten Frühstück) sichte ich das ausliegende Informationsmaterial. Der absehbare Trend aus den vorangegangenen Jahren hat sich hier weiter fortgesetzt. Kaum noch gedruckte Pressemappen liegen in den Regalen, sondern hauptsächlich QR-Codes, die auf entsprechende Internetpräsenzen verweisen. Auf der einen Seite ist es natürlich verständlich, dass so Kosten und Abfall vermieden werden. Andererseits komme ich ursprünglich aus der Druckindustrie und es tut mir immer ein Stückchen weh, wenn ich deren Niedergang sehen muss. Frisch gestärkt und mit den neuesten Informationen versorgt mache ich mich schon bald wieder auf den Weg.

Durch die fehlende Zeit muss ich meinen Messebesuch deutlich straffen. Dies stellt diesmal allerdings kein größeres Problem dar, da sich die Anzahl der Aussteller außerhalb des Bereichs der Gesellschaftsspiele, die mich interessieren, weiter reduziert hat. Daher passiere ich die Hallen 7A, 7 und 9 im Schnelldurchlauf und werfe nur einen gelegentlichen Blick in die Auslagen der verschiedenen Hersteller. Und so beginnt mein eigentliches Programm mit dem Betreten der Halle 10.

Kosmos

Wie gewohnt hat der Stuttgarter Verlag einen großen, ausladenden Eckstand im Eingangsbereich der Halle. Die zahlreichen Experimentierkästen gehören nicht wirklich zu meinem Interessengebiet, daher gehe ich zügig in den hinteren Teil des Standes, da sich hier die Brettspiele befinden. Die Exit-Serie feiert in mittlerweile ihr zehnjähriges Jubiläum. Entsprechend ausführlich werden die bekannten, aber auch die neuen Spiele des Franchise präsentiert. An weiteren Krimi- und Exitspielen besteht in diesem Jahr ebenfalls kein Mangel. Bei den zahlreichen Veröffentlichungen fällt es schwer, den Überblick zu behalten.

10jähriges JubiläumNatürlich wird auch Catan mit zwei Neuerungen bedacht. Mit Catan - Das Kartenspiel und Catan - Das Würfelspiel übernehmen, zumindest soweit ich das sehen konnte, einige Elemente des Originals und kombinieren diese mit anderen bekannten Mechanismen. Sehr hübsch aufgemacht ist das Zwei-Personen-Spiel Fantasy Ink, bei dem es darum mythische Figuren für seine Geschichte zu sammeln. Die Mechanik, bei der mittels Würfeln Wesen angelockt und gesammelt werden müssen, klingt originell. Sicherlich ein weiteres Spiel, dass ich im Auge behalten werde. Ebenfalls auffällig ist Koi, bei dem es darum geht, einen japanischen Garten mit Teich und Fischen anzulegen. Rein optisch hat mir das Legespiel gut gefallen, zum Spielablauf und den Mechaniken kann ich zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nichts sagen.

moses.

Obwohl der Verlag eine breit gefächerte Produktpalette auf der Messe ausstellt, interessieren mich natürlich in erster Linie die Spiele. Meist handelt es sich dabei um kommunikative Quiz- oder Partyspiele - und auch dieses Jahr macht da keine Ausnahme. Neue Titel aus der black stories-Serie (beispielsweise Holy Shit!, Cold Cases und Serienkiller) sind für mich grundsätzlich interessant. Das Prinzip ist zwar immer das Gleiche, aber die Geschichten, die sich die Autoren ausdenken (oder aus dem wahren Leben übernehmen), haben auch nach über 20 Jahren nichts von ihrem Unterhaltungswert eingebüßt. Alleine vom Titel her erregt Was passiert, wenn ich dran lecke?
Schicke Verpackung
Aufmerksamkeit. Dahinter verbirgt sich ein originelles Rate- und Assoziationsspiel, das, zumindest vom ersten Eindruck, für einige lustige Runden auf der nächsten Party sorgt. Ein Rennspiel mit Anspruch und taktischen Entscheidungen ist 3 x Universum, bei dem die Spieler von Planet zu Planet reisen, dort Vorräte aufnehmen und versuchen, vor den Mitspielern das Ziel zu erreichen. Relativ locker und nicht von zu starkem Konkurrenzdenken geprägt handelt es sich hier um ein hübsches, kleines Familienspiel.

Piatnik

Hier gibt es gleich zwei Aufbau-Spiele, die mich interessieren. Bei Die Hängenden Gärten geht es um die Zusammenstellung eben jener botanischen Wunderwerke. Hier steht die harmonische (und gewinnbringende) Kombination von verschiedenen Pflanzen und Tieren zu einem stimmigen Gesamtkonzept im Vordergrund. Projekt Skyline ist dagegen in der Moderne angesiedelt. Hochhäuser müssen ins Stadtbild integriert werden und wie bei Immobilien üblich geht es um "Lage! Lage! Lage!". Spiele dieses Genres funktionieren nicht immer für mich, aber ich werde mir einen oder gar beide Titel bei Gelegenheit genauer vornehmen.

Game Factory / Carletto

Der Fokus liegt hier diesmal eher im Bereich der Kinderspiele, dennoch sind zumindest zwei Neuveröffentlichungen für mich nicht uninteressant. In Chroma müssen farbige Karten in einem vorgegebenen Farbsystem anordnen. Dabei sorgen verschiedene Sonderkarten für Abwechslung und Interaktion zwischen den Mitspielern. Eine alternative Variante mit PANTONE- oder HKS-Farben hätte mir sicherlich während meiner Tätigkeit als Ausbilder gute Dienste geleistet. Dagegen handelt es sich bei Dito! um ein Assoziationsspiel - je mehr Spieler auf den gleichen Begriff kommen, desto höher ist die Punktausbeute. Unkompliziert, schnell und schön, um zu sehen, wie die Mitspieler ticken.


Nicht tot zu kriegenNach dieser Tour ist eine kurze Pause angesagt. Allerdings wähle ich diesmal einen anderen Weg in Richtung Pressezentrum. Dabei fällt auf, dass doch einige Sparten beinahe vollständig verschwunden sind. Bei meinen ersten Besuchen auf der Messe haben Modellbau und Modelleisenbahnen jeweils eine ganze Halle in Beschlag genommen. Mittlerweile gibt es nur noch gefühlt eine Handvoll Aussteller, die diesen Bereich bedienen. Dies betrifft mich weniger, aber ich habe dennoch immer gerne an den Ständen gestöbert, und mir Ideen und Anregungen für eigene Projekte im Tabletop-Hobby geholt.
Als ich an meinem Ziel ankomme haben die meisten der Kollegen sich schon wieder auf den Weg gemacht. So habe ich keine Probleme einen Platz zu finden und kann sogar noch einen Teller der Lauchcremesuppe ergattern, die es zum Mittag gab. An dieser Stelle ein dickes Danke an das aufmerksame und freundliche Catering-Personal im Pressezentrum, die wieder einmal einen tollen Job abgeliefert haben.

So gestärkt bereite ich den nächsten Durchgang vor. Dank der messeeigenen App lassen sich Termine, Neuheiten und Hallenpläne recht gut verwalten. Nach einem Blick in die Ausstellerliste - und angesichts der fortgeschrittenen Stunde - beschließe ich, mich relativ wenige Verlage zu beschränken, und setze meinen Weg fort.

Chessex

Der Würfelhersteller ist eine der traditionellen Anlaufstation für mich, sowohl in Nürnberg, als auch in Essen. Insgeheim hoffe ich ja immer noch auf eine Neuauflage des grandiosen Plague & Perstilence - doch wird meine Hoffnung wieder einmal zunichtegemacht. Dafür gibt es einige neue Würfel zu sehen. Besonders angetan haben mir es die "Rentner-Würfel", dabei handelt es sich um extra große Polyeder mit kontrastreicher, gut lesbarer Beschriftung. Auch personalisierte Würfelbecher sind neu und eine hübsche Idee für Spieler, die sonst schon alles haben. Nach einem kurzen Plausch bekomme ich dankenswerterweise noch einen der neuen Messewürfel (mit UV-reaktiven Farben) in die Hand gedrückt und gehe wieder meiner Wege.

Ausgezeichnet!iDventure

Nur wenige Schritte daneben hat der Verlag aus Meerbusch seinen Stand. Hier steht natürlich die frisch mit dem ToyAward ausgezeichnete Cluebox - The Wonderbox of Alice im Fokus - der neueste Zugang im Sortiment. Mir fehlt für diese Puzzleboxen die nötige Geduld, aber ich bin immer wieder fasziniert vom vielschichtigen Aufbau dieser kleinen Holzkästchen. Das Standpersonal hat alle Hände voll zu tun - so beschränke ich mich auf einige neugierige Blicke und ein kurzes "Hallo!".

Pegasus Spiele

Wie üblich hat sich der Friedberger Verlag im SpieleCafé ausgebreitet. Auch diesmal sind die Neuheiten wieder zahlreich und es gibt von (fast) fertigen Spielen bis hin zu Prototypen in der Planungsphase alles zu sehen. So hat beispielsweise nach der Pleite von HCM Kinzel die Next Station-Serie hier ihre Heimat gefunden und ich konnte schon einen Blick auf das neue Berliner Verkehrsnetz werfen. Ebenfalls noch nicht veröffentlicht ist der nächste Vertreter der Munchkin-Reihe. Dieser beschäftigt sich mit dem Vox Machina-Setting und wird wohl im zweiten Quartal seinen Weg in die Läden finden. Auch für den Shadowrun-Ableger des Kartenspiels steckt eine Erweiterung in der Pipeline. Schon älter ist 12 Rivers, doch erst jetzt kommt das Spiel in seiner deutschen Übersetzung auf den heimischen Markt. Das Konzept ist etwas schwierig zu beschreiben - im Prinzip dreht sich alles darum, Kugeln (Perlen) einen der zwölf Flüsse hinunterrollen zu lassen. Dabei muss der Flusslauf so manipuliert werden, dass die wertvollsten Perlen natürlich bei einem selbst landen. Ich bin mir nicht ganz sicher, wie das Spiel funktioniert, aber es macht zumindest einen außergewöhnlichen Eindruck.

Der Eisenbahnmodellbau lebt (noch)Mit Dorfromantik - Leichtes Gepäck bekommt das beliebte Geländebauspiel eine Einsteigervariante spendiert. Nicht auf einer bestehenden Reihe basiert Compile, bei dem die Spieler die Rollen von Künstlichen Intelligenzen übernehmen und versuchen, die gegnerischen Programmabläufe zu stören. Sowohl Grundidee wie auch Ausführung gefallen mir sehr gut und erinnern ein wenig an das selige NetRunner. Um Reichtum, Einfluss und sozialen Stand dreht sich das Kartenspiel Tax the Rich. Vielleicht zu nah an der Realität, aber ein, soweit ich das beurteilen kann, spannendes Stichspiel, mit variablen Sonderregeln und einigen Twists. Deutlich weniger sozialkritisch präsentiert sich dagegen Wine & Cheese, bei dem zwei Spieler ihre Weinberge bestellen, Produkte produzieren und versuchen, den Konkurrenten auszustechen. Auf mich macht das Spiel einen strategischen, aber dennoch entspannten Eindruck und kommt anscheinend ohne die kleinen Gemeinheiten aus, die Zwei-Personen-Spiele ansonsten ausmachen. Es gibt hier am Stand zwar noch mehr zu entdecken, doch die Zeit drängt und ich muss weiterziehen...

Amigo Spiele

Der hessische Verlag konzentriert sich bei seinen Neuheiten auf schnelle Kartenspiele. Den Anfang macht hier Greedy Goose. Dabei sammeln die Spieler die verdeckten Karten aus der Tischmitte und bedienen sich an den Stapeln der Mitspieler - wobei zu viel Gier mit Abzügen bestraft wird. Hübsch aufgemacht, zügig spielbar und einfach zu lernen - so zumindest mein erster Eindruck. Etwas anspruchsvoller ist matter Matters, ein Stichspiel, bei dem die Punktwerte zweier Farben im Gleichgewicht gehalten werden müssen. Hier war mir leider kein Anspielen möglich. Zum 30jährigen Jubiläum kommt (natürlich) eine adäquate Wizard-Edition heraus. Das altbekannte und bewährte Spielprinzip wird durch verschiedene Sonderkarten vergangener Ausgaben plus zwei neue Karten ergänzt. Neben frischen Illustrationen ist die augenfälligste Besonderheit jedoch, dass der "Block der Wahrheit" nun durch Punktechips ersetzt wird. Bis zur Veröffentlichung müssen wir uns allerdings noch bis zur SPIEL gedulden.

Archon Studio

Der polnische Verlag hat sich auf die Umsetzung von Computerspielen spezialisiert - gerne aufwändig produziert und mit viel Material ausgestattet. Vor allem Heroes of Might & Magic III mit seinen unzählige Erweiterungen und Master of Orion gibt es hier zu sehen. Außerdem stehen zahlreiche Figuren und Gelände für verschiedene Rollenspielsysteme und Tabletops in den Vitrinen. Ich finde die Auswahl und vor allem die Qualität immer wieder eindrucksvoll. Irgendwann werde ich mich sicherlich auch an eines der Spiele des Herstellers wagen - aber nicht heute.

KENDi

Wenn ich schon in der Gegend bin, schaue ich gleich bei diesem relativ jungen Verlag vorbei. Hier wird weiter am Sortiment der kleinen, unkomplizierten Kartenspiele gefeilt. Dazu haben sie zwei Neuheiten auf die Messe mitgebracht, bei denen ich jeweils die Gelegenheit habe, eine kurze Einführung zu spielen. Bei Sneaky handelt es sich um ein Würfelspiel, bei dem man durch Farbkombinationen Karten gewinnt. Allerdings haben die Mitspieler die Möglichkeit, diese wieder an sich zu bringen. Als klassisches Kartenablagespiel präsentiert sich dagegen Keine Ahnung?! kombiniert dies jedoch mit einem Memory-Element, da man zu Beginn nicht weiß, welche Karten überhaupt vor einem liegen. Beide Spiele sind eher etwas für "Zwischendurch", aber vor allem das letztere macht einen sehr vielversprechenden Eindruck.

Asmodee

Jedes Jahr stellt sich mir am Stand des Verlags die gleiche Frage: Wo fange ich an?!? Die Produktpalette ist mittlerweile so umfangreich, dass es schwerfällt, den Überblick zu behalten. Klassische Gesellschaftsspiele, Trading Card Games, Tabletops, Partyspiele und nun auch noch ein Rollenspiel liegen auf den Präsentationsflächen. Die zahlreichen Produkte aus dem Star Wars-Universum ignoriere ich dabei komplett - dazu bin ich zu wenig in der Materie, um die verschiedenen Systeme und Genres auseinanderhalten zu können. Die vielen Spiele vor dem Herr der Ringe-Hintergrund lasse ich ebenfalls links liegen. Hier hat sich im Laufe der letzten Jahre bei mir wohl eine gewisse Übersättigung eingestellt.

Daneben gibt es aber noch einige weitere Franchise-Spiele, die der Verlag zumindest ankündigt. Die Spiele zur Roman- und Fernsehserie Witcher erhalten mit Pfad des Schicksals: Ronin neuen Zuwachs. Hier bekommt das bekannte Fantasy-Setting einen asiatischen Anstrich. Bei Cyberpunk 2077 steht ein Computer-/Konsolenspiel Pate für die Umsetzung auf den heimischen Spieltisch. Viel zu sehen gibt es noch nicht, aber ausgehend von der abgeschlossenen Crowdfunding-Kampagne erwartet uns hier in absehbarer Zeit ein futuristischer Dungeon-Crawler mit umfangreicher Ausstattung und einigen ungewöhnlichen Abwandlungen des Genres. Nachdem die Arkham Horror Files bereits als verschiedene Brett-, Karten- und Würfelspiele den Weg auf die Spieltische gefunden haben, folgt in Kürze Arkham Horror - The Roleplaying Game. Zum einen ist diese Entwicklung nur folgerichtig, zum anderen ist der Hintergrund nach wie vor ausgesprochen beliebt. Was ich an Komponenten sehen konnte, handelt es sich hier um eine recht einsteigerfreundliche Rollenspiel-Variante, die sich zudem an Elementen aus den anderen Spielen der Reihe bedient. Wieder ein Spiel, dessen Veröffentlichung ich gespannt erwarte.

Cthuloide TentakelspieleIn eine ähnliche Kerbe schlägt Das Schwarze Auge - Adventure in a Box. Auch hier soll den Abenteurern der Einstieg so einfach wie möglich gemacht und die Arbeit des Spielleiters erleichtert werden. Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass auch so einem alten, etablierten und ausgearbeiteten System noch neue Aspekte abgewonnen werden können. Originell präsentiert sich dagegen Heroes of Barcadia - obwohl die ursprüngliche Veröffentlichung bereits einige Jahre zurückliegt. In diesem (nicht ganz) klassischen Fantasy-Dungeon-Crawler durchstöbern die Helden finstere Verliese auf der Suche nach geraubten Spirituosen. Das augenfälligste Merkmal ist dabei die Anzeige der Lebensenergie durch ein Getränk in einem Glas. Dem ersten Eindruck zu urteilen taugt das Spiel für entspannte Familienabende, feucht-fröhliche Partys und die engagierte Spielrunde. Aufmachung, Konzept und die Abläufe sehen vielversprechend aus. Ich werde sicherlich noch darauf zurückkommen.
 

Natürlich gibt es am Stand sehr viel mehr zu entdecken, aber meine Zeit ist leider begrenzt - und ich habe noch immer nicht alles gesehen, was ich mir vorgenommen hatte. So begnüge ich mich bei den restlichen Neuheiten nur mit einem kurzen Blick und einigen Notizen und ziehe weiter.

Vallejo

Beim spanischen Farbenhersteller gab es wenig zu sehen, was ich auf der SPIEL nicht bereits in den Händen hatte. Aber es ist schön, sich das komplette Farbprogramm in Ruhe und ohne Gedränge anschauen zu können. Nachhaltig beeindruckt haben mich dabei die Farben der True Metallic Metal-Serie. Die hier bereitgestellte Palette deckt ein breites Spektrum ab und kann sowohl mit ihrer Verarbeitung als auch mit der Deckkraft überzeugen - wie ich derzeit selbst bei einigen Miniaturen, die ich in Arbeit habe, feststellen kann.

Games Workshop

Traditionell präsentiert sich der britische Miniaturenhersteller mit gepflegtem Understatement in Nürnberg - zwei Vitrinen mit Figuren, ein Display mit aktuellen Produkten und das war es auch schon. Dazu einige emsige Handelsvertreter, die geschäftig am Stand herumwuseln und sich bereitwillig mit jedem unterhalten, der in die Nähe kommt. Wenn man sich jedoch als Pressevertreter outet, lässt das Interesse der Gesprächspartner schlagartig nach. Was mir ganz recht ist, da ich so in aller Ruhe die sehr, sehr gut bemalten und toll gestalteten Miniaturen in Augenschein nehmen kann.

Ares

Auch der italienische Verlag ist für seine opulent ausgestatteten Spiele bekannt, vor allem durch die umfangreiche War of the Ring-Serie mit ihren zahlreichen Erweiterungen und Ablegern. Die neuesten Veröffentlichungen konzentrieren sich dabei auf Belagerungen und einen Ausbau des Kartenspiels. Zwei weitere Spiele, Quartermaster General: West Front und Wunderwaffen sind thematisch im Zweiten Weltkrieg angesiedelt und gehen eher in Richtung der klassischen CoSim. Ich lasse mir von der netten Dame am Stand Viking Route erklären, ein Abenteuer- und Forschungsspiel, das erst vor kurzem via Crowdfunding realisiert wurde. Die Umsetzung der nordischen Mythologie und des Seefahrer-Hintergrunds finde ich recht gelungen. Vor allem haben es mir hier die Magnete angetan, die den Kompass und damit den Kurs des Schiffes beeinflussen.

Iello

Hier liegt mein Augenmerk natürlich bei King of Tokyo und seinen Ablegern. Wirklich viel Neues gibt es hier aber nicht zu entdecken. Eine Erweiterung für die Duell-Variante der Monsterprügelei ist als Prototyp zu bestaunen. Hier kommt ein komplett anderes Spielbrett zum Einsatz, auch die Mechaniken variieren sich ein wenig. Außerdem gibt es den, bereits in Essen vorgestellten, Hybrid mit Mindbug bei den Neuheiten. Ebenfalls im letzten Jahr erschienen (zumindest auf Englisch und Französisch) ist Popcorn, ein knallbuntes Spiel über Kinobetreiber und die Gunst der Kundschaft. Sowohl Thematik wie auch die Aufmachung gefallen mir sehr gut und ich werde das Spiel bei Gelegenheit genauer unter die Lupe nehmen.

Ravensburger

Der Spielehersteller hat sich, wie gewohnt, etwas abseits des Gros der anderen Verlage in Halle 12 niedergelassen. Durch meinen arg gestrafften Zeitplan, reicht es leider nur für einen Schnelldurchlauf der Neuheiten. Hier gibt es einen Ausbau der echoes-Reihe, Nachschub für das Trading-Card-Spiel Locarna und eine Neuauflage von Las Vegas zu sehen. Mein Augenmerk liegt jedoch auf zwei Vorabversionen: Carcassonne Labyrinth wurde bereits vor einigen Monaten angekündigt, aber bisher gab es wenig Informationen. Hier hatte ich nun die Gelegenheit, mich eingehender damit zu beschäftigen. Letzten Endes werden hier die Grundprinzipien beider Spiele kombiniert, was bei den ersten Zügen schon gut funktioniert. Direkt nebenan, ebenfalls noch nicht ganz fertig, habe ich die Möglichkeit bei Scotland Yard Duell Jagd auf Mr. X zu machen. Nach einer (gescheiterten) Verfolgung hinterlässt auch diese Variante des Klassikers bei mir einen recht guten Eindruck.
Ein abschließender Rundgang durch den Stand zeigt neue Puzzle, zahlreiche Spiele mit Fokus auf Kindern (beispielsweise Die Sandburgen von Burgund) und Familien vervollständigen das umfangreiche Neuheitensortiment des Verlags.

Der Nachmittag ist schon weit fortgeschritten, als ich erneut das Pressezentrum erreiche. Nach einer kurzen Pause sammele ich Jacke, Rucksack und die Tasche mit dem gesammelten Infomaterial ein und verabschiede mich vom immer freundlichen und hilfsbereiten Team. Als ich zu meinem letzten Termin gehe, haben sich die Hallen schon merklich geleert und ich komme zügig voran. Dies lässt mir sogar die Gelegenheit, den einen oder anderen Gang zu durchstreifen, den ich bisher nicht betreten habe. An allen Ecken gibt es hier Dinge zu entdecken, die für mich zwar nicht wirklich relevant, aber dennoch eindrucksvoll anzuschauen sind.

Schmidt Spiele

Ich beende die Messe fast genau dort, wo sie heute morgen begonnen hat - in Halle 10.1. Ich habe noch kurz Zeit bis zu meinem Termin und so schaue ich mir die zahlreichen Neuveröffentlichungen an, um die ich bisher einen Bogen gemacht habe. Besonders augenfällig ist natürlich der Maler, der für My ArtNOBLE Farbe auf die Leinwand bringt. Kein Spiel sondern ein Mal-Set für alle, die sich künstlerisch betätigen wollen. Dabei müssen fast fertige Gemälde ergänzt werden. Eine ausführliche Anleitung mit Farbtheorie und verschiedenen Techniken gibt es obendrauf.

Regale auffüllenDie Vorstellung der Neuheiten findet in einem kleinen, abgetrennten Bereich statt und ich genieße die Möglichkeit, in relativer Ruhe auf einem bequemen Stuhl die Beine auszustrecken. Beim ersten und umfangreichsten Titel handelt es sich um Morty Sorty Magic Shop. Hier ist es die wenig glamouröse Aufgabe der Spieler, Laden-Regale einzuräumen. Allerdings geht es dabei um magische Komponenten, was wiederum einen kleinen Twist in die Angelegenheit bringt. Der erste Eindruck ist ein hübsch aufgemachtes, nicht ganz einfaches Puzzle- und Legespiel, das für alle Altersgruppen geeignet ist und dessen Anspruch sich nach oben schrauben lässt.

Nicht wirklich kategorisieren kann ich dagegen Time to Schein. Ein wildes Partyspiel mit unterschiedlichsten Aufgaben, bei denen Würfel, Stifte, Gegenstände und Worte zum Einsatz kommen. Was das Ganze von ähnlichen Spielen abhebt, ist der Timer und die Möglichkeit für sein Team zusätzliche Zeit zu "kaufen", die man bei vorangegangenen Runden erspielt hat. Alleine diese Mechanik ist es wert, das Spiel ausführlich unter die Lupe zu nehmen. Dagegen kommt One Mind als eher klassisches Assoziationsspiel daher, bei dem die Spieler Zusammenhänge zwischen Worten mit vorgegebenen Anfangsbuchstaben finden müssen. Runde für Runde kommen allerdings neue Begriffe hinzu, so dass sich bestimmte Kombinationen geradezu aufdrängen. Ich mag solche Spiele prinzipiell sehr und die kurze Testrunde weckt die Vorfreude auf mehr. Eigentlich bin ich nicht die Zielgruppen, aber angespielt wird Matsch Party trotzdem. In dem Rennspiel geht es darum, sein Schwein möglichst dreckig zu machen. Das funktioniert am besten, wenn man die Figur von erhöhter Position in die Matschgrube fallen lässt. Auch ein originelles Konzept, dass sich dann aber doch an eher jüngere Spieler richtet.

Red Night

Das Timing ist fast perfekt, als ich den abgetrennten Bereich verlasse, ist grade das Catering am Stand fertig aufgebaut und das Buffet eröffnet. Während ich mir eine Auswahl des (sehr leckeren) Fingerfoods genehmige, ergibt sich die Gelegenheit den Messetag mit anderen Besuchern ein wenig Revue passieren zu lassen. Diese Gespräche sind für mich immer wieder ein Highlight, bekomme ich doch hier Eindrücke und Meinungen von Pressevertretern, Ausstellern oder Organisatoren. Nach einer längeren Pause schaue ich noch an zwei weiteren Ständen vorbei, bevor ich der Messe für dieses Jahr den Rücken kehre.
>Die Fahrt zum Bahnhof verläuft schnell und streßfrei - von dem US-amerikanischen Vertriebler abgesehen, der mir sein Bier über Jacke und Hose schüttet. Das Ganze ist ihm sichtlich peinlich, aber nicht mehr zu ändern.

Am Bahnhof angekommen bietet sich ein ähnliches Bild wie am Morgen in Frankfurt. Der Zug hat erst eine kleine, dann eine längere Verspätung und schließlich ist der nachfolgenden Zug vor meinem gebuchten ICE am Gleis. Wie zu erwarten herrscht in den Abteilen ziemliches Gedränge - dabei hilft es auch nicht, dass zahlreiche Fahrgäste offensichtlich aus dem Wintersport kommen und ihre Snowboards und Ski mit sich führen. Trotzdem gelingt es mir ein relativ ruhiges Plätzchen zu finden und ein wenig zu dösen. Der Zug zuckelt mit gemächlichen 100 km/h in Richtung Heimat - da wohl auf der Strecke viel Verkehr herrscht. Das muss ich nicht wirklich verstehen, aber mittlerweile wundert mich bei der Bahn eigentlich nichts mehr.
>Bis ich schließlich mein Ziel erreiche ist es beinahe Mitternacht, wenn es nach dem Fahrplan gegangen wäre, würde ich jetzt schon im Bett liegen. So aber mache ich mich erst mit S-Bahn und anschließend mit dem Auto auf den Weg zurück. Immerhin hat sich die Wetterlage beruhigt und die Straßen sind weitgehend frei.

Fazit

Jedes Jahr stellt die Spielwarenmesse für mich das Ende der Winterpause dar. Eine Gelegenheit, die ich mir nicht entgehen lassen möchte - zumal die Atmosphäre deutlich entspannter ist, als auf der SPIEL. Die Verlage haben sich vom Weihnachtsgeschäft erholt, geben einen Ausblick auf einen Teil ihrer Neuveröffentlichungen und knüpfen neue Kontakte. Hier gibt es tatsächlich die Möglichkeit, sich die kommenden Neuheiten in Ruhe anzuschauen und mit den Verantwortlichen zu reden. Obwohl der sich für mich interessante Teil der Messe im Prinzip nur auf zweieinhalb Hallen konzentriert, reicht ein einziger Tag nicht aus, um alles in sich aufzunehmen. Diesmal hat auch nicht geholfen, dass die Verspätung der Bahn gut 90 Minuten gekostet hat - dieser Verlust war spürbar. Ich habe jedoch die Hoffnung nicht aufgegeben, dass ich irgendwann zwei Tage in Nürnberg verbringe. Gesehen habe ich trotzdem genug - sogar viele Neuheiten angetestet oder erklärt bekommen. Natürlich kann ich nicht alle Verlage und Spiele erwähnen, die ich neben den genannten entdeckt habe. Ein kompletter Rundgang würde den Rahmen dieses Textes sprengen. Glücklicherweise gibt es für den interessierten Leser aber noch ähnlich gelagerte Messe-Nachlesen und Video-Berichte, so dass sich damit ein vollständiges Bild der Spielwarenmesse ergibt. Auch der Veranstalter selbst liefert ausführliches Informationsmaterial zu Neuheiten, Entwicklungen auf dem Spielemarkt, Auszeichnungen und einigen anderen relevanten Punkten.

Bis zum nächsten Jahr...

 

Während die Zahl der Aussteller (2.313) auf hohem Niveau stagniert, hat sich die Anzahl der Besucher (58.900) ein wenig gesteigert. Dass sich der Markt selbst und damit auch das Publikum langsam wandeln, ist mittlerweile offensichtlich. Meine gesammelten Messebilder der letzten 15 Jahre bestätigen diesen ersten, subjektiven Eindruck. Natürlich vermisse ich manche Aussteller, dafür kommt jedoch Neues hinzu. Manchmal kehren aber auch vergessene Trends wieder zurück. So hatte ich beispielsweise einen ganzen Stand mit Monchichis gesehen, die ich noch aus meiner lange zurückliegenden Schulzeit kenne. Bei anderen Dingen lässt es sich schwer vorstellen, dass sie vom Markt verschwinden. Das klassische Beispiel ist dafür LEGO, die zwar seit Mitte des letzten Jahrhunderts das gleiche Produkt haben, sich aber ständig wandeln. Ein Blick in die Neuheitenschau zeigt daneben viele Innovationen - es ist also davon auszugehen, dass Spiel- und Spielzeugerfindern die Ideen nicht so schnell ausgehen werden.

Wie gewohnt kann ich die Organisation und das Personal der Messe nur in den höchsten Tönen loben. Durchweg freundlich, kompetent und hilfsbereit zeigt die Spielwarenmesse, wie man solch eine Veranstaltung erfolgreich über die Bühne bringt - bereits im 75. Jahr.

Einige weitere Bilder von meinem (leider deutlich verkürzten) Streifzug über die Nürnberger Spielwarenmesse kann man sich HIER anschauen.

Dienstag, 5. November 2019

SPIEL '19

[Messe] SPIEL '19
24. bis 27. Oktober 2019
Grugahallen, Essen


In schöner Regelmäßigkeit plagen mich, pünktlich zur SPIEL Mitte/Ende Oktober gesundheitliche Probleme. Allerdings hält dies mich auch in diesem Jahr nicht davon ab, den langen Weg nach Essen anzutreten. Unterkunft und Pressekarte sind schnell organisiert, auch einige Termine bei Verlagen kann ich problemlos kurzfristig arrangieren. Die Hauptarbeit besteht jedoch darin, meine To-Do-Liste vorzubereiten. Schon Wochen vorher ziehe ich mir Informationen zu Spielen und Verlagen bei, durchstöbere Ankündigungen und gehe noch einige offene Punkte des letzten Jahres durch. Darüber vergeht die Zeit bis zur Messe erstaunlich - beinahe erschreckend - schnell.

Endlich ist es soweit! Die letzten Vorräte sind eingekauft, die Akkus frisch geladen und der Tank ist voll. Die Fahrt nach Essen gestaltet sich ungewöhnlich ereignislos, lediglich ein kurzer Stau bei Bonn hemmt mein Vorankommen. Glücklicherweise habe ich ausreichend zeitlichen Puffer eingeplant und erreiche die Halle pünktlich.


Mittwoch, 23. Oktober 2019
 

Um 11 Uhr eröffnet Dominique Metzler vom Friedhelm Merz Verlag, dem Veranstalter der Messe, die traditionelle Pressekonferenz zur 37. SPIEL. Im Zentrum stehen natürlich die abgeschlossenen Umbaumaßnahmen der Gruga-Hallen. Mittlerweile nimmt die Ausstellungsfläche einen Platz von 86.000 qm ein - eine Verdoppelung innerhalb der letzten sechs Jahre. Gut 1.200 Aussteller präsentieren über 1.5000 Neuheiten, auch eine Besucherzahl um die 200.000 wird erwartet. Damit setzt die Messe ihren jahrelangen Wachstumstrend auch 2019 in allen Bereichen fort.

Nachdem es in den letzten Jahren immer wieder zu starkem Gedränge an den Eingängen und chaotischen Zuständen in den Parkhäusern kam, haben die Veranstalter auch hier gegengesteuert. Die Einlassorganisation wurde angepasst, um die Stoßzeiten, besonders am Messebeginn abzufedern. Dabei hilft ein zusätzlicher Eingang, aber vor allem die wesentlich zahlreicheren Ordner.

Die Pressekonferenz

Doch nicht nur räumlich hat sich auf der diesjährigen SPIEL etwas getan. Die in den letzten Jahren eher spärlich vertretene Comic Action ist nicht mehr Teil der Messe. Ich vermute, dass dies hauptsächlich den zahlreichen Comic Conventions geschuldet ist, die bundesweit stattfinden. Dafür sind jedoch eine ganze Reihe anderer Aktionen hinzugekommen. So findet bereits am Mittwoch die Preview Night statt, bei der 65 Verlage ihre Neuheiten zur Verfügung stellen. Die 550 Plätze für die Spieler waren innerhalb weniger Minuten vergeben. Ebenfalls neu ist am Freitag der Educators Day. Diese Veranstaltungsreihe richtet besonders an Pädagogen und dreht sich um den Einsatz von Brettspielen, beispielsweise in Schulen und eine Reihe weiterer Themen. Dazu gibt es ergänzende Veranstaltungen und Vorträge mit unterschiedlichen Schwerpunkten.


Im Rahmen der Pressekonferenz wird auch der innoSPIEL für ein besonders originelles Spielkonzept verliehen. Nominiert waren das Kartenspiel KeyForge von Asmodee, das Deduktionsspiel Detective von Pegasus Spiele und schließlich Ab durch die Mauer von Zoch, das den Preis gewinnt. Die Auszeichnung Deutscher Spielepreis konnte Flügelschlag von Feuerland mit nach Hause nehmen, der Preis für das Kinderspiel gewinnt Concept Kids Tiere von Repos. Daran schließen sich einige allgemeine Informationen zur Entwicklung des Spielmarktes an, beispielsweise Umsatzzahlen, Verbreitung und aktuelle Trends.


Nach gut einer Stunde endet dieser offizielle Teil. Anschließend macht sich die ganze Horde auf den Weg in den Keller zur Neuheitenschau. Dort haben zahlreiche Verlage ihre Spiele aufgebaut und stehen für Fotos, Interviews und Erklärungen bereit. Ich nutze die Gelegenheit, verschaffe mir einen ersten Überblick und ergänze meine Liste entsprechend. Viele Verlage setzen hier ihre Spiele spektakulär in Szene, beispielsweise Last Bastion, das von einer Horde Monster präsentiert oder Detective, bei dem ein Tatort nachgestellt wird. Aber vor allem sind es hier die kleinen, ausländischen Verlage, die mich interessieren. Meist hat man nur hier Gelegenheit, in Ruhe einen Blick auf alle Veröffentlichungen zu werfen - im Trubel der Hallen ist dies nicht immer möglich.

Alle Neuheiten im Überblick
Am Hallenrand entdecke ich HeidelBÄR Games, die in diesem Jahr so etwas wie ein Comeback feiern. Mit Wordsmith, Letter Jam und weiteren Spielen hat der Verlag zudem gleich eine ganze Reihe von neuen Titeln am Start. Vor allem die Roboter-Prügelei Volt gefällt mir dabei ausgesprochen gut. Bei Kosmos richtet sich mein Hauptaugenmerk auf die Neuauflage des Catan-Ablegers Sternenfahrer. Aber auch die neuen Titel der EXIT-Reihe schaue ich mir genauer an. Pegasus Spiele haben wieder eine ganze Palette von Neuheiten am Start. Vor allem die Präsentation von Kitchen Rush und das bereits erwähnte Detective stechen dabei heraus. Aber auch viele kleinere Titel sind auf den Tischen ausgebreitet. Schließlich mache ich noch einen Abstecher zu Iello die mit Ishtar ein recht ungewöhnliches Gärtner-Spiel präsentieren. Dagegen sorgt Ninja Academy für eine eher lockere Spielatmosphäre - und kommt auf meine Einkaufsliste.

Anschließend laufe ich die Gänge ab, schaue mir immer wieder Spiele an, die mir ins Auge fallen und tausche mich mit den Kollegen aus.


Schließlich habe ich genug gesehen und schlendere in die eigentlichen Messehallen. Bevor am nächsten Tag der übliche Wahnsinn beginnt, will ich mir noch einen Überblick verschaffen. Im Rahmen der Neustrukturierung befinden sich zahlreiche Stände nicht mehr an ihrem gewohnten Ort. Bei der Gelegenheit besuche ich noch einige Bekannte, die grade dabei sind, ihre Stände aufzubauen.


Donnerstag, 24. Oktober 2019
 

Schon bei der Anreise am ersten richtigen Messetag macht sich das neue Konzept der Veranstalter bemerkbar. Die Verteilung des Verkehrs auf die verschiedenen Parkhäuser verläuft deutlich flüssiger als in den Jahren zuvor. Auch direkt vor den Hallen leiten zahlreiche Ordnungskräfte die Besucherströme in geordnete Bahnen. Hier ist es vor allem der zusätzliche Eingang, der sich positiv bemerkbar macht. So komme ich stressfrei und sehr pünktlich in den Messehallen an - eine spürbare Verbesserung.

Freundliches Standpersonal
Meinen ersten Termin habe ich erst gegen Mittag. So bleibt mir noch genug Zeit, zumindest einen Teil meiner Einkaufsliste abzuarbeiten. Glücklicherweise habe ich mir bereits am Vortag einen Überblick verschafft und so habe ich keine Schwierigkeiten, meine Ziele zu finden. Zuerst führt mich mein Weg in Halle 4 zu Lumberjacks Studio. Bereits im letzten Jahr wollte ich mir deren charmantes, sehr makabres und auf einem Comic basierendes Spiel La Petite Mort zulegen. Leider war damals nur eine französische Version erhältlich. Da am Stand noch nicht viel los ist, unterhalte ich mich noch ein wenig mit dem Autor des Spiels. Ich bin tatsächlich der Erste, der die englische Variante in der Hand hält. Schnell lasse ich mir noch eine kleine Signatur in die markante Verpackung stricheln und ziehe dann weiter. Auch bei den Schweizern von Kampfhummel Spiele gibt es etwas zwei Neuheiten, die in meine Tasche wandern. Die Trinkspiel-Erweiterung zu Kampf gegen das Spießertum ist ganz frisch, ebenso wie das schnelle Kartenspiel Arschlochkind. Eine schnelle Testrunde, die pädagogisch wertvolle Spielidee und die schicke Aufmachung machen zumindest neugierig. Das Spiel wandert in meinen Rucksack - den angebotenen Schnaps lehne ich allerdings dankend ab.

Langsam muss ich mich auf den Weg zurückmachen, allerdings bleibt mir noch Zeit für einen kurzen Abstecher zu iDventure. Schon am Vortag ist mir deren Cluebox ins Auge gefallen. Dabei handelt es sich um einen kleinen Quader aus Holz, den es zu öffnen gilt. Keine Anleitung, keine Lösungsvorgaben - nur einige kryptische Hinweise finden sich auf den sechs Seiten des Würfels. Sicherlich kein Spiel für mich, dazu bin ich viel zu ungeduldig, aber eine der originellsten Ideen der diesjährigen Messe. Stattdessen begnüge ich mich dem dritten Teil der Detective Stories, der ebenfalls neu im Verlagsprogramm ist.
Auf dem Rückweg fallen mir die ungewöhnlichen langen Schlangen auf, die sich um einige Stände gebildet haben. Beispielsweise bei Feuerland oder AEG stehen die Besucher in Dreierreihen um an die begehrten Spiele, Erweiterungen und Promos zu kommen.
 

Dann geht es jedoch für mich zu meinem ersten Termin in den Saal Brüssel. Hier haben sich Asmodee einquartiert, um ihre Neuheiten abseits des normalen Messetrubels vorzustellen. Viel Platz zum Spielen ist leider nicht, dafür kann das freundliche Personal aber umfangreiche Auskünfte erteilen. Besonders einige der dicken Brocken haben es mir angetan, beispielsweise die deutsche Version von Betrayal at the House on the Hill. Ich bin ein großer Fan des Spiels, das bereits vor einigen Jahren auf Deutsch angekündigt wurde. Die Spieler erforschen dabei gemeinsam ein Spukhaus, irgendwann wird jedoch einer zum Verräter. Alleine die Ausstattung von Cthulhu: Death May Die ist beeindruckend. Eine Handvoll halb wahnsinniger Investigatoren versuchen hier die Schrecken des Cthulhu-Mythos zu bannen. Während das Spiel sowohl auf Deutsch, wie auch auf Englisch bereits im Laden erhältlich ist, muss ich mich noch bei der Auslieferung des Crowdfundings etwas gedulden. Thematisch in eine ganz ähnliche Richtung geht Letzte Stunde, der neueste Zuwachs aus den Arkham Horror Files. Hier müssen die Spieler verhindern, dass der Campus der Miskatonic Universität von Monstern überrannt wird. Ebenfalls im Fokus steht die aktuelle Erweiterung des Deckbuilding-Kartenspiels KeyForge, zu der auch einiges Zubehör präsentiert wird. Mit Obscurio gibt es ein frisches Bilderrätsel des französischen Verlags Libellud zu sehen. Bei Black Angel durchstreifen die Spieler an Bord eines Raumschiffes die Galaxis und in Yggdrasil Chronicles müssen sie als nordische Gottheiten Ragnarök verhindern.

Superhelden-Prügelei
Bei der Vielzahl der Neuerscheinungen habe ich mich bei Asmodee doch länger aufgehalten als ursprünglich geplant. Glücklicherweise habe ich es nicht weit, bis zum Stand von moses., die wieder an gewohnter Stelle in Halle 3 zu finden sind. Während auf der einen Seite in großer Runde eine Partie black stories live gespielt wird, werfe ich in einer ruhigen Ecke einen Blick auf die aktuellen Veröffentlichungen. Gleich zwei Rennspiele hat der Verlag auf die Messe mitgebracht. Crash Test Bunnies ist ein Karten-Lege-Spiel mit putzigen Kuscheltieren und schnellen Entscheidungen. Dagegen ist das Würfelspiel Caracho deutlich strategischer und richtet sich an eine etwas ältere Zielgruppe. Einige hübsche Mechaniken werden hier mit verdeckten Rollen kombiniert - durchaus reizvoll und unterhaltsam. Ebenfalls um Würfel dreht sich Beam Me Up, im weitesten Sinne ein weiteres Rennspiel. Vor allem der Ärgerfaktor hat mir gut gefallen - sicherlich ein Würfelspiel, das bei mir auf den Tisch kommen wird. Mit Small Talk Bingo hat der Verlag schließlich auch ein Kommunikationsspiel im Programm. Dabei unterhalten sich zwei Mitspieler über ein vorgegebenes Thema und die anderen streichen Begriffe ab, die im Gespräch vorkommen. Nach diesem kurzen Überblick zieht es mich weiter durch die Hallen, wirklich viel habe ich ja noch nicht gesehen.

Es sind zwar noch gut zwei Stunden bis zum Ende des ersten Messetages, doch einige Besucher haben sich anscheinend bereits auf den Heimweg gemacht. Das gibt mir die Gelegenheit, tatsächlich noch eine Demorunde zu suchen. Meine Wahl fällt nach kurzer Überlegung auf Wolfenstein: The Boardgame. Beim Dungeon-Crawler von Archon Studios handelt es sich um einen recht weit fortgeschrittenen Prototypen, basierend auf den bekannten Computer- bzw. Konsolenspielen. Die Figuren machen, wie vom Hersteller gewohnt, einen sehr guten Eindruck. Das Spiel selbst ist dagegen eher einfach gehalten und nutzt Abläufe, die aus zahlreichen anderen Vertretern des Genres bekannt sind - nett, aber leider auch nicht mehr. Geplant ist eine Finanzierung über Crowdfunding. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob das eine gute Idee ist. Die Vorgängerfirma Prodos hatte in dieser Hinsicht nicht den besten Ruf.

Schnäpchenjäger unter sich

Und wenn ich schon in dieser Gegend bin, kann ich bei der Gelegenheit auch eine Vorbestellung abholen. Wie praktisch jedes Jahr haben Sphinx Spiele eine Neuveröffentlichung mit cthuloider Thematik dabei. Als Anführer eines okkulten Zirkels müssen die Spieler in Rituale des Wahnsinns ihre Kultisten an einem Ritualplatz versammeln, um eine Gottheit des Mythos zu beschwören. Trotz der finsteren Hintergrundgeschichte liefert der Verlag wieder ein lockeres, witziges Spiel mit charmanten Illustrationen ab.


Eigentlich hätte ich noch ein bisschen Zeit, aber da ich mich später noch mit Bekannten treffe (und vorher kurz die Füße hochlegen will) verlasse ich die Gruga-Halle bereits vor dem offiziellen Messeschluss. Der Feierabendverkehr ist weitgehend abgeklungen, so dass auch der obligatorische Stau sehr überschaubar ausfällt. Schnell verstaue ich die Errungenschaften des ersten Messetages und mache mich bereit für das Oberhausener Nachtleben.


Freitag, 25. Oktober 2019
 

Wie schon am Vortag komme ich praktisch ohne Stau zum Parkhaus. Da noch etwas Zeit bis zum Einlass ist, gehe ich noch einmal meine Liste durch und ergänze einige Dinge, die mir am Vortag aufgefallen sind. Vorsichtshalber organisiere ich mir im Pressezentrum ein Schließfach - es ist doch etwas mühsam, alle Einkäufe den ganzen Tag mit sich herum zu schleppen.

Ich beginne den Tag in der nahezu verwaisten Neuheitenschau - phasenweise schlendere ich alleine durch die Reihen. Hier kann ich mir nochmals in aller Ruhe die Spiele anschauen und auch die Materialien in die Hand nehmen und begutachten. Bei dieser Tour fallen mir die Artworks zu Barpig und seiner Erweiterung After Hours ins Auge und ich nehme mir vor, später eine Testrunde zu spielen. Bis ich noch einige Fotos geschossen habe, ist der erste Besucherandrang an den Eingängen bereits abgeebbt. Auf dem Weg zu Schmidt Spiele treffe ich noch eine Bekannte, bei der ich mich fest schwätze. Grade noch rechtzeitig zu meinem Termin kann ich mich losreißen. Traditionell richtet sich das Programm des Berliner Verlages an eine etwas jüngere Zielgruppe, so dass ich bei bayala oder Benjamin Blümchen dankend abwinke. Viel interessanter ist dagegen für mich die Vorstellung von Inseln im Nebel. Hier erkundet jeder Spieler mit seinem Ballon eine Insel und muss verschiedene Punkte ansteuern. Das Spiel macht sowohl optisch als auch spielerisch einen überzeugenden Eindruck und ich nehme mir die Zeit für eine kurze Einführungsrunde. Auch auf das Kartenspiel HiLo und das knallige Würfelspiel Noch mal so gut! werfe ich einen Blick - beide sind interessant, allerdings nicht unbedingt für meine Spielrunden geeignet. Dagegen spricht mich Kakerlaken Sushi viel eher an. Ganz in der Art seiner zahlreichen Vorgänger müssen die Spieler auch bei diesem Kommunikationsspiel ihre Hirnwindungen verknoten.

Klassiker in neuem Gewand

Wenn ich schon in Halle 3 bin, kann ich auch gleich einen Abstecher zu Abacusspiele machen. Einen Termin habe ich zwar nicht, trotzdem finde ich jemanden, der mir einen ausführlichen Überblick der Messeneuheiten gibt. Die beiden Krimi-/Rätsel-Serien Sherlock und Deckscape erhalten Zuwachs, den ich genauer unter die Lupe nehme. Am Spielprinzip (nachzulesen beispielsweise HIER) ändert sich dabei nichts, allerdings liefern die Autoren nun eine größere Bandbreite an Themen ab. Ähnlich gelagert ist eine weitere Serie, die auf der SPIEL Premiere hat. Bei Decktective - Rose Rosen wird die Spielschachtel zum Tatort. Diesen müssen die Spieler nun untersuchen, um den Fall zu lösen. Ein originelles Konzept, das wir demnächst sicherlich einmal ausprobieren werden. Eine weitere Neuheit ist, Dank ihrer knalligen Verpackung, kaum zu übersehen. Bei TEAM3 handelt es sich um ein kooperatives Kommunikations- und Bauspiel. Sehr einfache, ungewöhnliche Mechaniken, Verständigungsprobleme und die spaßige Grundidee sprechen mich direkt an.

Auf dem Weg zu meinem nächsten Ziel mache ich kurz beim riesigen Stand von Asmodee / Fantasy Flight Games halt, der beinahe die Hälfte der Halle 1 einnimmt. In den Vitrinen stehen die Neuheiten der verschiedenen Star Wars-Titel, aber auch ein Superhelden-Skirmish kann schon angetestet werden. Da jedoch sämtliche Spieltische besetzt sind und die Schlangen an den beiden Shops eine beeindruckende Länge haben, halte ich mich hier nicht übermäßig lange auf. Die meisten Sachen habe ich bereits beim Pressetermin genauer unter die Lupe nehmen können.

Für den Rest des Tages steht einzig die Halle 6 auf meinem Programm. Hier haben sich, wie bereits in den Jahren zuvor, die meisten Rollenspiel- und Tabletop-Verlage niedergelassen. Am Stand des britischen Tabletop-Herstellers Games Workshop gibt es neben den Vorstellungen der Spielsysteme, beispielsweise Warhammer Underworlds: Beastgrave und einem Ausblick auf kommende Miniaturen auch ein kleines Speedpainting. Für mich eine gute Gelegenheit, mich ein wenig zu setzen und seit langer Zeit wieder einmal den Pinsel zu schwingen. Ein Space Marine, begrenzte Zeit und eine eingeschränkte Farbpalette machen das Ergebnis nicht wirklich vorzeigbar. Doch ist dies immerhin die erste Figur, die ich in diesem Jahr bemalt habe. Nur wenige Schritte entfernt, beim Verlag Martin Ellermeier kann man nicht nur einen Blick in die Zeitschriften Mephisto und Tabletop Insider werfen, es gibt auch Gelegenheit Demorunden für das venezianische Skirmish-Tabletop Carnevale zu spielen. Das Spiel selbst hatte ich bereits vor einigen Monaten auf einer anderen Veranstaltung angetestet, aber die schicke Messefigur und eine Gondel wandern in meinen Rucksack.

Tentakel sind praktisch
Nebenan, bei Stronghold Terrain gibt es ebenfalls eine Sonderminiatur. Gedacht für das SAGA-Tabletop, hole ich mir die Fantasy-Interpretation von Lemmy Kilmister, bevor ich weiter zu Freebooter Miniatures gehe. Die Veröffentlichung des Mannschaftsbuches zu Freebooter's Fate liegt noch nicht allzu lange zurück. Daher erwarte ich auch keine spektakulären Neuheiten, als ich den Stand der Piraten-Crew besuche. Dafür gibt es allerdings den obligatorischen Rum und einen ersten Blick auf die Miniaturen der kommenden Schatten-Fraktion.

Ich schlendere weiter durch die Gänge und klappere die Stände von meiner Liste ab. So werfe ich bei der Redaktion Phantastik einen Blick in das neue Abenteuer zum viktorianischen Detektivrollenspiel Private Eye oder gönne mir ein paar Figuren aus dem Programm von Legends of Signum. Daneben finde ich noch einige Kleinigkeiten zur Miniaturenbemalung, beispielsweise ein Tutorial für Chibi-Figuren, neue Farbsets oder eine Nasse Palette.

Als Tagesabschluss steht noch eine kleine Testrunde an. Meine Wahl fällt dabei auf das kooperative cthuloide Brettspiel Cultistorm. Im letzten Jahr habe ich das Crowdfunding von Purple Meeple Games verpasst - jetzt ergibt sich vielleicht doch die Gelegenheit, mir das Spiel zuzulegen. Die spektakuläre Ausstattung und tolle Illustrationen machen einen sehr guten Eindruck. Allerdings stehen bei mir im Schrank bereits zahlreiche Spiele mit identischer Thematik und ähnlichen Abläufen. Daher, und in Anbetracht meines bereits geschrumpften Messebudgets, verzichte ich schließlich nach reiflicher Überlegung darauf.
Mittlerweile ist es spät geworden und ich muss mich beeilen, mein Schließfach zu leeren. Auf dem Weg zu meiner Unterkunft decke ich mich noch mit Vorräten für den nächsten Messetag ein. Auch etwas zu essen wäre nicht schlecht - immerhin verspüre ich ein leichtes Hüngerchen. Ausnahmsweise habe ich an diesem Abend kein Programm, sondern flätze mich gemütlich im Sessel und sichte meine Errungenschaften. Tatsächlich sind einige wirklich interessante Spiele dabei und ich freue mich auf den nächsten Spieleabend, um sie auszuprobieren.


Samstag, 26. Oktober 2019
 

Traditionell ist Samstag der Tag mit den meisten Messebesuchern - und auch dieses Jahr bildet dabei keine Ausnahme. Glücklicherweise bin ich vor dem großen Andrang bereits vor Ort und kann mir das Spektakel der Toröffnung aus sicherer Entfernung anschauen. Ich kann ja verstehen, dass die Besucher aufgeregt sind und ihr Geld loswerden wollen, allerdings ist das kein Grund, rücksichtslos durch die Gänge zu rennen und dabei alle und jeden aus dem Weg zu räumen.

Heroische Helden gegen fiese Monster
Nachdem das am Vortag so gut mit der Miniaturenmalerei funktioniert hat, versuche ich auch heute mein Glück - diesmal am Stand des spanischen Farbenherstellers Acrylicos Vallejo. Das Niveau liegt hier ein ganzes Stück höher als beim Space Marine - was in erster Linie an der fachkundigen Anleitung liegt. Nach einer guten Stunde habe ich einen ganz ansehnlichen Beholder zustande gebracht und ziehe weiter. Für heute habe ich mir eine Art Themenschwerpunkt gesetzt - Tower-Defence-Spiele. Bereits in der Neuheitenschau am Mittwoch ist mir Last Bastion von Repos ausgefallen und nun nehme ich mir die Zeit für eine Testrunde. Vier Spieler müssen in diesem kooperativen Spiel die letzte Zuflucht der Menschen (und Zwerge, Elfen, Halblinge) gegen finstere Monsterhorden verteidigen. Dabei helfen die Fähigkeiten der Zivilisten, der geschickte Einsatz von Ressourcen und natürlich Würfelglück. Umgekehrte Vorzeichen hat dagegen Village Attacks des britischen Herstellers Grimlord Games. Zwar ist auch dieses Spiel kooperativ, aber die Spieler übernehmen die Rolle von Monstern und Schurken, die sich gegen die aufgebrachte Dorfbevölkerung zur Wehr setzen müssen. Neben seiner wirklich großartigen Ausstattung kann das Spiel mit detaillierten Abläufen und Spieltiefe aufwarten - außerdem mag ich es, den Bösen zu spielen. Aktuell läuft eine Crowdfunding-Aktion für die erste große Erweiterung. Das letzte Spiel, dass ich mir zu diesem Thema anschaue, ist derzeit noch in der (fortgeschrittenen) Entwicklungsphase. Auch bei Knight Tales gilt es, mit tapferen Recken ein Dorf vor fiesen Monstern zu retten. Das Spiel von Voodoo Games setzt auf Synergieeffekte zwischen den Spielern und den bedachten Einsatz von Würfeln. Etwas mehr Tiefe bekommt das Spiel dabei durch das Ressourcenmanagement, das den Spielern mehr Optionen an die Hand gibt. Auch hier wird in absehbarer Zeit eine Crowdfunding-Kampagne folgen.

Die Galeria ist keine Abkürzung
Damit ist meine Aufnahmefähigkeit, was Regeln angeht, fürs Erste erschöpft. Daher trifft es sich ganz gut, dass noch ein weiterer Termin in meinem Kalender steht. Iello gehört für mich jedes Jahr zu den Highlights - sowohl in Nürnberg, als auch in hier Essen. Während man im opulent ausgestatteten regulären Ausstellungsbereich die aktuellen Neuheiten ausgiebig antesten kann, gibt es im Händler- und Pressebereich einen Ausblick auf die kommenden Veröffentlichungen. Nach dem üblichen Smalltalk und den Frotzeleien über deutsche und französische Gewohnheiten habe ich endlich Gelegenheit die Prototypen in Augenschein zu nehmen. Dabei ist es vor allem King of Tokyo - Dark Edition das meine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Leider darf mein Gesprächspartner noch nicht übermäßig viel zum Spiel verraten - auch die enthaltenen Monster sind noch unter Verschluss. Allerdings verfügt das Spiel über eine neue Mechanik, neue Ausrüstung und über eine sehr stimmige, finstere Aufmachung. Der Veröffentlichungstermin ist für das kommende Frühjahr angedacht - ich bin gespannt. Daneben steht mit The Vth Element eine Erweiterung für das knackig schwere Magierspiel The Big Book Of Madness. Keinen wirklichen Tiefgang, dafür einige lustige Runden verspricht Flyin' Goblin. Dabei müssen die namensgebenden Plagegeister mittels einer Wippe in die Räume einer Burg katapultiert werden. Mit Break The Code und Time Bomb Evolution sind auch zwei Deduktions- und Rätselspiele im Programm des französischen Verlages. Während das eine ungewöhnlich schlicht daherkommt, überzeugt das andere wieder mit tollen Illustrationen und liebevoller Aufmachung. Beide funktionieren jedoch als lockere "Zwischenmahlzeit" für kleinere Spielergruppen. Schließlich habe ich auch hier genug gesehen und setze meinen Weg fort.

Auf meiner Liste sind nur noch wenige Punkte übrig. Eigentlich wollte ich mir diese für den letzten Messetag aufheben, aber ich liege noch gut in der Zeit und bin leidlich fit. So bahne ich mir meinen Weg zurück in Halle 6 und hole ein weiteres vorbestelltes Spiel ab. Kraken Ataken ist eine lockere Schatzjagd des polnischen Verlags Titan Forge, eigentlich bekannt für ihre Miniaturen. Aber Grundidee und Aufmachung fand ich so gelungen, dass ich mir das Grundspiel nebst Erweiterung habe zurücklegen lassen. Nun können wir bei Gelegenheit als tentaklige Tiefseeungeheuer Schätze von Piratenschiffen stehlen. Direkt nebenan bei Warlord Games dreht sich alles um napoleonische Seeschlachten in Black Sails. Die Schiffe sehen großartig aus, auch das Spielprinzip macht einen soliden Eindruck - allerdings schreckt mich ein weiteres Tabletop-System doch ab. Oktoberfest von Fat Fox Games hat es dagegen leider nicht auf die Messe geschafft - darauf hatte ich mich eigentlich gefreut! Auch bei Modiphius schaue ich vorbei - auch wenn das Spiel, was ich haben wollte, noch nicht fertig ist. Stattdessen begutachte ich die Neuerscheinungen für das Fallout-Tabletop, die nächste Inkarnation von Vampire: The Masquerade und das Elder Scrolls-Spiel. In einem beinahe unmenschlichen Akt der Selbstbeherrschung beschränke ich meine Einkäufe nur auf zwei Miniaturen. 

Ausgelassene Stimmung
Mittlerweile neigt sich auch der dritte Messetag seinem Ende entgegen. Allerdings habe ich noch ein bisschen Zeit, die ich für einen schnellen Ausflug in Halle 5 nutze. Inmitten der allgemeinen Aufbruchsstimmung, bekomme ich eine rasche Einführung in das Partyspiel Barpigs. Sicherlich nicht für jede Spielerrunde geeignet, aber sehr spaßig - vor allem mit steigendem Alkoholpegel. Schnell packe ich das Spiel mitsamt der Erweiterung in meinen Rucksack und begebe mich zurück zu meinen Bekannten. Diese haben mittlerweile ihren Stand für die Nacht fertig gemacht und so können wir direkt zum Abendprogramm übergehen. Wie bereits im letzten Jahr geht die Fahrt zur Burger-Braterei des Vertrauens in Essen.

Obwohl es schon ziemlich spät ist, als ich meine Unterkunft erreiche, und ich schrecklich müde bin, packe ich dennoch meine Sachen zusammen. Während ich die letzten Spiele in den Taschen verstaue, frage ich mich, wann ich die ganzen Sachen gekauft habe. Eigentlich hatte ich mir dieses Jahr etwas mehr Zurückhaltung verordnet. Glücklicherweise ist es bis zur nächsten SPIEL ja noch ein bisschen hin!


Sonntag, 27. Oktober 2019
 

Der letzte Messetag bricht an!
Meine Termine sind alle erledigt, auch meine Einkaufsliste ist praktisch abgearbeitet. So bleibt mir eigentlich nur noch, ein wenig durch die Halle zu schlendern, auf der Suche nach etwas wirklich Außergewöhnlichem. Obwohl ich eigentlich in den vergangenen Tagen jeden Gang mehrfach durchlaufen habe, finde ich immer noch Spiele, die mir gänzlich unbekannt sind. So beispielsweise Wurst Case Scenario bei dem die Spieler als intelligente Wurst dem Fleischwolf entkommen wollen oder Soviet Kitchen, das mit ähnlichen Zutaten, aber einem völlig anderen Spielprinzip aufwarten kann. Für Proberunden fehlt mir mittlerweile allerdings der Nerv, das Ende meiner Aufnahmefähigkeit ist erreicht.


Die Ausbeute

Stattdessen wage ich mich an diesem Tag zum ersten Mal in einige der zahlreichen "Resterampen". Hier kann ich einige Spiele ergattern, die ich schon seit Jahren suche - und das zu einem geradezu lächerlichen Preis.


Es ist zwar noch relativ früh am Tag, aber ich habe ja noch die lange Heimfahrt vor mir. So mache ich mich schließlich schwer bepackt auf den Weg zu meinem Wagen und kehre den Messehallen den Rücken - bis zum nächsten Jahr.


Das Fazit

Wie jedes Jahr habe ich viel zu wenig geschlafen, zu viel Geld ausgegeben und bin unzählige Kilometer gelaufen. Auch brauchte ich einige Tage um die ganzen Eindrücke zu ordnen und zu verarbeiten - von der obligatorischen Messeerkältung einmal ganz abgesehen. Für mich sehr erfreulich war, dass es nicht das eine dominierende Thema gab. Einhörnern, Zombies, Steampunk oder Cthulhu waren zwar überreichlich vorhanden, aber eben in einer ausgewogenen Mischung. Praktisch für jeden Spielertyp, jedes Genre und jedes Budget gab es mehr als genug Auswahl. Natürlich kann ich im Rahmen dieser Nachlese nicht auf jedes Spiel eingehen, dass ich gesehen habe - daher habe ich mich auf einige ausgewählte Veröffentlichungen beschränkt. Vor allem bei solch einer Veranstaltung sind für mich Spiele der kleineren Verlage interessant. Daher liegt hier auch mein besonderer Fokus. Dabei habe ich einige spannende neue Spielkonzepte gesehen, tolle Ausstattungen und eindrucksvolle Präsentationen - aber vor allem viele Menschen, die Spaß am Spielen haben!

Seit einigen Jahren wächst die Anzahl der Aussteller, die Spielezubehör liefern. Waren es zu Beginn nur Würfel und Kartenhüllen, hat sich das Angebot beständig erweitert. Inlays für die unterschiedlichsten Brettspielboxen, Würfeltürme, Transporttaschen und Spielunterlagen sind hinzugekommen. Auch Anbieter von eigens gebauten, teils ausgesprochen luxuriösen, Spieltischen präsentieren ihre Produkte auf der SPIEL. So kann jeder Spieler, die nötigen Finanzmittel vorausgesetzt, das perfekte Spielzimmer für seine Bedürfnisse einrichten. Ebenfalls ungewohnt ist die verstärkte Präsenz von Produktionsfirmen, die das Spielmaterial für die eigentlichen Verlage herstellen. Druckereien und Logistiker waren dabei ebenso vertreten, wie die Hersteller von Spielfiguren. Da ich mich (beruflich bedingt) sehr für diesen Aspekt der Spieleentwicklung interessiere, war es für mich spannend, mir auch dort Informationen zu holen.

Eines der Highlights
Auffällig, ist die abnehmende Halbwertzeit vieler Spiele. Titel, die noch vor ein oder zwei Jahren hochgejubelt und teuer verkauft wurden, finden sich zuhauf in den Ramschkisten. Natürlich gibt es dagegen auch Spiele, die nach Jahren kaum im Preis sinken, beispielsweise Abalone. Auf der einen Seite finde ich diese Entwicklung schade, entwertet sie doch die Spiele an sich. Andererseits freue ich mich darüber - so kann ich für relativ kleines Geld die Lücken in meiner Sammlung schließen.

Sehr wahrscheinlich haben die zahlreichen Crowdfunding-Kampagnen ihren Teil dazu beigetragen, das viele Spiele auf den Markt drängen. Einige der Verlage nutzen die Messe, so zumindest mein Eindruck, einzig als Werbekampagne für den nächsten Kickstarter. Dabei wird häufig mehr Wert auf die Ausstattung gelegt; ein originelles Konzept oder funktionierende Spielmechaniken bleiben dabei gelegentlich leider auf der Strecke.


Eine der größten Neuerungen war das Einlasskonzept des Friedhelm Merz Verlag. Die Verantwortlichen haben sich die Kritik der letzten Jahre wirklich zu Herzen genommen und die Abläufe deutlich optimiert. Keine kilometerlangen Staus auf den Zufahrtsstraßen, wenig Gedränge vor den Hallen und ein flüssiger Einlass haben dafür gesorgt, dass der Stresspegel auf einem überschaubaren Niveau bleibt. Auch die Charity-Aktionen, der viertägige Live-Stream und das umfangreiche Nebenprogramm haben die diesjährige SPIEL aus meiner Sicht aufgewertet. Dafür nochmals vielen Dank an die Verantwortlichen!

Dienstag, 5. Februar 2019

Spielwarenmesse Nürnberg 2019

[Messe] Spielwarenmesse 2019
Donnerstag, 31. Januar 2019
Nürnberg


Alle Jahre wieder pilgere ich nach Nürnberg auf die Spielwarenmesse - und jedes Jahr nehme ich mir vor, mehr als einen Tag dort zu verbringen. Und wie jedes Jahr funktioniert es aus den unterschiedlichsten Gründen nicht. So muss ich dann notgedrungen mein Programm der knapp bemessenen Zeit anpassen. Ein paar Gesprächstermine beziehe ich ebenso in meinen Zeitplan mit ein, wie großzügig bemessene Pausen - die ich erfahrungsgemäß auch dringend nötig habe.

Die Planung, Akkreditierung und auch die Anfahrt verlaufen angenehm ereignislos - sogar der Wintereinbruch in Teilen des Landes hindert die Bahn nicht daran pünktlich ihr Ziel zu erreichen. In der U-Bahn am Nürnberger Hauptbahnhof herrscht reges Gedränge, doch mit etwas gutem Willen finde ich auch noch eine Ecke. Festzuhalten brauche ich mich dabei nicht - bei der Menschenmenge habe ich keine Chance umzufallen. Angekommen an der Messe verteilt sich der Besucherpulk rasch auf die verschiedenen Eingänge. So kann ich mir unbehelligt meinen Weg vom Eingang Mitte ins Pressezentrum bahnen. Wie bereits im letzten Jahr nutze ich dabei einige Abkürzungen über die Freiflächen und erreiche zügig mein Ziel. Freie Spinde gibt es glücklicherweise noch, ebenso wie Messepläne und -Kataloge. Rasch decke ich mich mit dem ausliegenden Prospektmaterial ein, besorge mir ein koffeinhaltiges Getränke und suche mir ein stilles Eckchen. Die Hallenstruktur hat sich in diesem Jahr etwas geändert und viele Aussteller sind nicht mehr an ihren gewohnten Plätzen. So verbringe ich einige Zeit damit, mir eine grobe Marschroute zurechtzulegen und Notizen zu machen. Hoch motiviert, frisch gestärkt und erstaunlich fit schultere ich meinen Rucksack und mache mich auf den Weg.

 

Halle 7A

Immer wieder schön...
Die größten Änderungen hat in diesem Jahr der Modelleisenbahnbereich erfahren - einen kompletten Hallenwechsel. Dennoch sind praktisch alle der gewohnten Hersteller vor Ort und ich klappere meine üblichen Anlaufstellen ab.
Bei Heki und Faller werde ich in diesem Jahr nicht fündig. Das Sortiment wächst zwar stetig weiter, doch für mich als Dioramenbauer ist nicht wirklich etwas Neues dabei. Bei Noch muss ich mir die Water-Drops genauer anschauen, eine Methode realistische Wassereffekte auf kleinstem Raum darzustellen. Eine nette Idee, für meine Zwecke jedoch ungeeignet, sind die Knitterfelsen, mit denen schnell und kostengünstig hübsch anzuschauende Hintergründe gebaut werden können. Eine einfache Möglichkeit Gelände, Fahrzeuge oder Gebäude "altern" zu lassen gibt es mit den verschiedenfarbigen Patina-Markern. Die Effekte können sich durchaus sehen lassen - der Preis allerdings auch. Speziell an Tabletop- und Rollenspieler richtet sich die Dunkelstadt-Reihe, die der Hersteller gemeinsam mit Ziterdes veröffentlicht. Leider gibt es außer einem Flyer nichts davon am Stand zu sehen - so muss ich mich noch ein wenig gedulden, bis ich die neuen Geländeteile in den Händen halten kann.
Direkt nebenan, bei Viessmann, entdecke ich dann doch etwas, was ich demnächst UNBEDINGT brauche: die Polygonalplatten von Steinkunst Vollmer. Realistische, stabile Böden und Mauern, teilweise maßstabsneutral und zudem bezahlbar. Vom ersten Eindruck her hervorragend geeignet für den Bau von größeren Dioramen und Displays im Tabletop-Bereich.

 

Halle 7


Auch in dieser Halle habe ich einige feste Anlaufpunkte, beispielsweise den Stand des Farbenherstellers Vallejo. Im Sortiment finden sich einige neue thematische Farbsets, beispielsweise solche, die speziell mit der Miniaturenschmiede Nocturna abgestimmt sind. Neue Hilfsmittel zum "Weathering", der künstlichen Alterung von bemalten Modellen, haben die Spanier ebenfalls im Gepäck. Auch für Dioramenbau und Basegestaltung gibt es einige, wenn auch unspektakuläre, Neuheiten. Ein neues, irisierendes Farbset ist derzeit in der Entwicklung, allerdings kann ich schon einige Testbemalungen in Augenschein nehmen. Auf meine imaginäre Einkaufsliste kommen jedoch die Sprühdosen der Hobby Paint-Serie. Grundierung und erste Farbschicht in einem, dürften sich diese Dosen vor allem für größere Armee-Projekte hervorragend eignen. Auftragsdicke, Intensität und Haftung machen auf jeden Fall einen sehr guten Eindruck. Einige hübsche Bodenplatten (leider im falschen Maßstab) runden das Neuheiten-Angebot ab.
Die Gussrahmen für Conquest sind fertig

Direkt nebenan bei AMMO gibt es ebenfalls einige neue Farbsets. Allerdings konzentriert sich der Hersteller eher auf Hilfsmittel für die Alterung, den Dioramenbau und eine Pinselserie. Mit Next Level: Perfection und Encyclopedia of Figures gibt es auch zwei neue Tutorial-Bände, die sich mit Bemalung und Modellierung beschäftigen.
Als letzten Anlaufpunkt in dieser Halle habe ich den griechischen Tabletop-Hersteller Para Bellum auf meinem Zettel stehen. Bereits im letzten Jahr gab es Vorab-Regeln und Modelle für das Miniaturenspiel Conquest zu sehen. Mittlerweile ist die Produktion angelaufen und ich konnte einige der Gussrahmen für das Grundspiel und die Erweiterungsboxen in Augenschein nehmen. Die Miniauren selbst sind für ein Massenkampf-System recht detailliert, teils modular aufgebaut und aus dem harten Kunststoff, den auch anderen Hersteller nutzen. Einzig der ungewöhnlich große Maßstab macht mich bei diesem Spiel ein wenig skeptisch. Die Veröffentlichung der Grundbox ist für Juni oder Juli geplant - dann werde ich das Spiel genauer unter die Lupe nehmen.


Die Hallen 8 und 9 lasse ich zügig hinter mir. Feuerwerk, Ballons, Masken und Partyutensilien sind zwar hübsch anzuschauen, aber wie gewohnt drängt die Zeit. Trotzdem bleibe ich vereinzelt stehen, um mir einige besonders spektakuläre Produkte anzuschauen und das eine oder andere Foto zu machen.

 

Halle 10.0

Der Großteil der (zumindest für mich) interessanten Verlage ist auch in diesem Jahr wieder in der zweigeschossigen Halle 10 untergekommen. Dort erwartet mich direkt am Eingang der Stand von Kosmos an gewohnter Position. Jedoch ist der Aufbau der Ausstellungsfläche in diesem Jahr deutlich offener, so dass es keine Engpässe gibt. Wie üblich stellen die Experimentierkästen einen beträchtlichen Teil der Neuheiten dar. Klassiker wie die Urzeitkrebs-Zucht stehen dort gleichberechtigt neben programmierbaren Robotern. Allerdings bin ich wegen der Brettspiel-Neuheiten hier am Stand! Die Exit-Reihe bekommt gleich zwei neue Titel spendiert: Die Geisterbahn des Schreckens bietet für die Spieler klassische Rätsel-Kost. Für Die Känguru-Eskapaden haben die Inga und Markus Brand mit Marc-Uwe Kling zusammengearbeitet und einen ungewöhnlichen (und nicht ganz ernst gemeinten) Escape Room geschaffen. In eine ganz ähnliche Richtung geht auch die neue Serie Adventure Games. Die beiden bisher angekündigten Teile Das Verlies und Die Monochrome AG präsentieren sich jedoch deutlich umfangreicher, sowohl was Material als auch Spielzeit angeht.
Catan goes Tabletop
Die wachsende Beliebtheit von Krimi-Dinnern ist dem Verlag nicht entgangen und so erscheint mit der Murder Mystery Party eine neue Serie, die sich diesem Thema annimmt. Den Anfang machen gleich drei Spiele, die im ersten Halbjahr veröffentlicht werden: Tödlicher Wein, Pasta und Pistolen sowie Mord am Grill. Schließlich stellen Kosmos mit Escape Tales: The Awakening ein weiteres kooperatives Spiel vor, bei dem die Spielergruppe Rätsel lösen muss. Eher konventionelle Brettspiel-Neuheiten sind dagegen Ubongo 3-D Family, die Erweiterung zu 5-Minute Dungeon, das Ratespiel Quiztopia oder das Kartenspiel Natives. Schließlich gibt es mit Die Legende der Eroberer noch die obligatorische Catan-Erweiterung. Dem ersten Eindruck nach bekommt das Spiel damit einige neue Elemente, die auch kooperative Ansätze verstärken. Ich brauche ein paar Minuten, um die ganzen Eindrücke zu verarbeiten, und schaue mir zur Entspannung die kleine Zaubershow an, die auch in diesem Jahr wieder am Stand ihren Platz gefunden hat.
Schließlich gehe ich einige Meter weiter zum moses.-Verlag. Seit der Messe im Oktober hat das Spielesortiment reichlich Zuwachs bekommen. Zwei neue Ausgaben der makabren Rate-Serie black stories gibt es zu sehen: die Dark Night Edition und die 5 nach 12 Edition. Eher an den Spielernachwuchs richten sich dagegen die rainbow stories - hier geht es nicht ganz so blutig zur Sache. Wie gewohnt wartet der Verlag mit einigen weiteren Logik-, Quiz- und Ratespielen auf. So gilt es beispielsweise bei Der Phrasenfuchs veränderte Redensarten zu erkennen, mit Kross the Wordz Buchstabenkombinationen sinnvoll unterzubringen oder mit Denksport@home die grauen Zellen zu trainieren. Mit Calavera stellt der Verlag zudem noch ein Würfelspiel vor, bei dem es Farben zu sammeln gilt.
 

Merkwürdige Dinge geschehen im Unterbewusstsein
Erfahrungsgemäß ist der eigentliche Stand von Asmodee im ersten Stock überfüllt, daher statte ich lieber dem "kleinen" Stand auf dieser Ebene einen Besuch ab. Hier gibt es zwar nicht alle Neuheiten zu sehen, doch ich habe Ruhe und kann mich mit dem freundlichen (und kompetenten) Personal unterhalten. Neben der zweiten Edition von Arkham Horror ist es vor allem Komanauten, dass mich interessiert. Die Spieler müssen sich auf dabei auf eine Reise ins Unterbewusstsein eines komatösen Wissenschaftlers begeben und diesen aufwecken. Eine sehr interessante Grundidee, kombiniert mit dem kooperativen Spielprinzip und einer schicken Aufmachung macht Lust auf mehr. In eine ganz ähnliche Richtung geht Gen7. Hier sind die Spieler als Kolonisten auf dem Weg zu fernen Planeten, als in ihrem Raumschiff merkwürdige Dinge vor sich gehen. In Blütenpracht müssen dagegen keine schwerwiegenden Entscheidungen getroffen werden. Zwei Spieler versuchten sich hier als Gärtner und Floristen um die hübschesten Buketts zu gestalten. In die Welt von Der Herr der Ringe geht es im (App-gesteuerten) Reise durch Mittelerde. Die Spieler erfüllen dabei gemeinsam Aufträge, stellen sich den Kreaturen Saurons entgegen und arbeiten sich in der Kampagne immer weiter vor. Diese Mischung aus Brettspiel, Dungeon-Crawler und Rollenspiel lässt sich am ehesten mit Star Wars: Imperial Assault vergleichen. Um beim Thema zu bleiben: Neue Modelle für X-Wing, Armada und Legion gibt es ebenfalls in der Vitrine zu sehen.
Neben einer gewaltigen Auswahl an normalen Spielkarten in allen Variationen haben NSV mittlerweile auch ihre eigene Spielesparte weiter ausgebaut. Hier liegt der Fokus eindeutig auf Kartenspielen, jedoch kommen gelegentlich auch Würfel zum Einsatz, beispielsweise bei Knister und dem Nachfolger Knaster. Ausgelegt für große Spielrunden agieren hier alle Teilnehmer gleichzeitig und notieren die Würfelergebnisse in einem Raster. Je nach Aufbau bekommen sie dafür unterschiedliche Punkte. Sehr schnell, sehr einfach und, dem ersten Eindruck nach, ein hervorragender Absacker für lange Spieleabende. Ein Überraschungserfolg, und mehrfach ausgezeichnet, war im letzten Jahr das Kartenspiel The Mind. Mit The Mind - The SOUND Experiment stellt der Verlag nun eine leicht überarbeitete Neuauflage mit einem eigenen Soundtrack vor. Bei Silver & Gold zeichnen die Spieler auf (abwischbaren) Karten den Weg zum vergrabenen Piratenschatz, während sie bei Ohanami einen ganzen Blütengarten anlegen müssen.
Ich kann die Halle 10 nicht verlassen, ohne zumindest einen Blick auf die Neuheiten von Q Workshop, einem polnischen Würfelhersteller, geworfen zu haben. Neben einigen neuen Würfelsets für bestehende Serien, beispielsweise Masks of Nyarlathotep oder Dawn of Flame gibt es ein neues Metall-Set, Svetovid. Einige Prototypen von neuem Zubehör wie Aufbewahrungskästchen, Beutel oder Würfelunterlagen sind ebenfalls zu sehen. Über das demnächst startende Crowdfunding-Projekt ist allerdings leider nichts in Erfahrung zu bringen.
Ebenfalls aus Polen kommt die Netfire Group, die ihre Playmats-Serie präsentierte. In erster Linie handelt es sich dabei um Unterlagen für Tabletop-Spiele in verschiedenen Materialen, Formaten und Designs. Praktisch für jedes Spielsystem und jedes Setting gibt es hier die passende Unterlage, zumeist aus Neopren. Passend dazu auch noch kostengünstige zweidimensionale Geländestücke. Einige Spielunterlagen als Lizenzprodukte für verschiedene Karten- und Brettspiele runden das Angebot ab, ebenso wie die generischen Würfelunterlagen.

 

Halle 10.1

Nachdem ich mich noch ein wenig im Erdgeschoss umgeschaut habe, mache ich mich auf den Weg zur Rolltreppe, um mir den ersten Stock vorzunehmen. Hier sind die Stände weniger zahlreich, jedoch meist deutlich größer. Entsprechend haben sich in dieser Halle einige der Schwergewichte der Branche niedergelassen.
 

Die Kräuterhexen mischen mit
Der Stand von Schmidt Spiele ist strategisch günstig an der Rolltreppe platziert, daher stürze ich mich direkt auf die Auslagen. Alleine schon optisch spricht mich Die Tavernen im Tiefen Thal stark an. Als Wirt müssen die Spieler in dieser Mischung aus Deckbuilding- und Würfelspiel ihre Kneipe ausbauen, um möglichst solvente Kundschaft anzuziehen. Hübsch gemacht und mit einem soliden Mechanismus ausgestattet, bin ich sehr auf die Veröffentlichung gespannt. Die Quacksalber von Quedlinburg bekommen mit Die Kräuterhexen eine erste Erweiterung. Neue Zutatenbücher, ein fünfter Spieler und die namensgebenden Damen fügen dem Kennerspiel des Jahres einige weitere Optionen hinzu. So typisch! ist ein kooperatives Kommunikationsspiel auf Kartenbasis, bei dem die Spieler unterschiedlichste Gegenstände den ausliegenden Personen zuordnen und ihre Mitspieler einschätzen müssen. Ein Blickfang ist zumindest die Präsentation von Ratto Zakko von Drei Magier am Stand. Das Spiel selbst entpuppt sich dann aber als Reaktionsspiel für den Spielernachwuchs.
Danach klappere ich erst einmal die Stände am Hallenrand ab, bevor ich mich mitten ins Getümmel stürze. Meine erste Station sind dabei Queen Games, die in diesem Jahr ihr dreißigjähriges Jubiläum feiern. Alleine von der Optik erinnert mich Copenhagen sehr an das Computerspiel Tetris. Allerdings müssen die Spieler bei diesem Legespiel die Fassade der dänischen Hauptstadt verschönern. Die ägyptische Schatzsuche Luxor bekommt mit The Mummy's Curse eine Erweiterung, die gleich mehrere Elemente ins Spiel bringt, beispielsweise die Mumie, einen fünften Spieler und mehr Schätze. In Bastille müssen sich die Spieler Macht, Waffen und Einfluss sichern, um für die kommende Revolution gewappnet zu sein. Auf den ersten Blick macht das Spiel einen recht anspruchsvollen Eindruck, da es mehrere Ebenen zu beachten gilt. Skylands lässt die Spieler dagegen umher schwebende Inselteile zusammenfügen, um deren Effekte zu nutzen. Auch dieses Spiel kombiniert verschiedene Elemente - leider hatte ich nicht die Gelegenheit, mich näher damit auseinanderzusetzen.
 

Geballte Rätselpower
Direkt nebenan haben Abacusspiele ihren Stand - den Verlaggibt es ebenfalls bereits seit 30 Jahren. Die Dreieicher haben wieder einige Kartenspiele im Gepäck, die ich direkt in Augenschein nehme. Der fünfte Teil der Deckscape-Serie, Hinter dem Vorhang, führt die Spieler in die Bühnenshow eines Magiers. Unter Zeitdruck müssen sie dort kooperativ einige Rätsel lösen und wieder entkommen. Etwas entspannter geht es dagegen bei Pearls zu. Hier gilt es passende Perlenkarten zu sammeln und diese schließlich zu wertvollem (und punktebringenden) Schmuck zu verarbeiten. Dem ersten Eindruck nach ein schneller, unkomplizierter Absacker. Sherlock ist eine neue Serie mit kleinen, kooperativen Krimikartenspielen. Die Spieler versuchen hier, gemeinsam einen Fall zu lösen, in dem sie Indizien sammeln und Täter und Motiv ermitteln. Bisher sind drei Teile erschienen: Der Fluch des Qhaqya, Letzter Aufruf und Tod am 4. Juli. Kriminalistisch geht es im Verlagsprogramm weiter. Als zeitreisende Detektive müssen die Spieler in 3 Secrets und der neuen Erweiterung Crime Time die richtigen Fragen stellen, um die Lösung der Fälle herauszufinden.
Weiter führt mich mein Weg zu den Franzosen von Ankama. Mittlerweile ist Monster Slaughter, eine locker-leichte Teenie-Metzel-Orgie auch offiziell erschienen und die niedliche Krosmaster-Serie wächst beständig. Der Blickfang am Stand war jedoch Arkeis - auf den ersten Blick ein ägyptisch angehauchter Dungeon-Crawler mit schicken Miniaturen. Leider waren zu dem Spiel so gar keine Informationen zu bekommen, außer, dass es demnächst über eine Crowdfunding-Kampagne finanziert wird.
 

Kooperatives Prügeln in niedriger Auflösung
Damit meine eingerosteten Französisch-Kenntnisse in Übung bleiben, mache ich mich direkt auf den Weg zu Iello. Seit der SPIEL hat sich im Verlagsprogramm nicht übermäßig viel getan. Mit Double Rumble kommt ein weiteres Modul für 8BIT Box auf den Markt. Als Hommage an die klassischen Prügelspiele gedacht, kämpfen sich hier zwei Spieler kooperativ durch die verschiedenen Level. Die Erweiterungen zu Bunny Kingdoms und Kanagawa hatte ich mir bereits ausführlich in Essen angeschaut. Wirklich neu ist dagegen Akkat, bei dem die Spieler die Wüste zum Blühen bringen müssen. Ausgehend von den raren Brunnen werden hier Blumenbeet, Sträucher und Bäume angelegt, die immer weiter in die Höhe wachsen. Eine Veröffentlichung ist für den Sommer geplant, der ausgestellte Prototyp vermittelt aber schon einen recht guten Eindruck vom fertigen Produkt. Ebenfalls beinahe fertig ist The Little Town Builder, ein klassisches Worker-Placement-Spiel. Rohstoffe erwirtschaften, Betriebe bauen und auf der grünen Wiese ein prosperierendes Imperium errichten - eine Thematik, die immer wieder gerne genutzt wird. Mit High Risk hat der Verlag außerdem noch ein kleines, sehr schnelles Würfelspiel im Angebot, bei dem sich die Spieler ein Wettrennen zu einem Berggipfel liefern. Daneben gibt es noch ein Party-Quizspiel und ein Geschicklichkeitsspiel mit Ninjas zu sehen, die ebenfalls im Laufe des Jahres veröffentlicht werden. Auch vom Kinder-Label Loki gibt es Neues: das wirklich sehr hübsche Monsieur Carrousel und Zoo Run, das zwei separate Spiele kombiniert.
Direkt gegenüber wird das Sammelkartenspiel Scratch Wars vorgestellt. Neugierig werfe ich einen Blick darauf, zucke aber schon beim Wort "Sammelkarten" wieder etwas zurück. Vor dem eigentlichen Spiel müssen die Spieler ihren Karteninhalt frei rubbeln. Außerdem gibt es auf jeder Karte einen QR-Code um auch online spielen zu können. Das Spielprinzip und die Artworks richten sich dabei an eine eher jüngere Zielgruppe.
 

Das Comeback der Hornochsen
Bei Amigo gibt es in diesem Jahr erstaunlich wenig Neues zu sehen. Saboteur - The Lost Mines greift das Thema des bekannten Kartenspiels auf und lässt die Spieler ihre Gänge buddeln. Verräter, Trolle und Fallen erschweren die Schatzsuche jedoch erheblich. Die Erstveröffentlichung von 6 nimmt! liegt mittlerweile 25 Jahre zurück. Grund genug für den Verlag, eine Neuauflage heraus zu bringen. Einige Sonderkarten peppen dabei den Spielablauf auf und ermöglichen neue Strategien. Für Kopfrechner (also nicht für mich) ist das Kartenspiel Hochspannung ausgelegt. Dabei geht es darum, möglichst schnell Multiplikationsaufgaben zu lösen und so die Handkarten abzulegen. Auch bei L.A.M.A. müssen die Spieler möglichst schnell ihre Karten loszuwerden - allerdings nur solche mit Minuspunkten in bestimmten Farben. Ein einfaches Kartenspiel mit knallbunter Grafik und einem (vermutlich) streng mathematischen Unterbau; immerhin stammt das Spiel von Dr. Reiner Knizia.
Die Spiele von Zoch/Noris richten sich häufig an eine jüngere Zielgruppe, dennoch werfe ich einen Blick in den Stand. Heckmeck Deluxe kombiniert das großartige Würfelspiel mit der Erweiterung in einer schicken Box - spielerisch bleibt jedoch alles beim Altem. Ebenfalls würfeln dürfen die Spieler bei Pechvogel; hier gehört es zum Grundkonzept die Mitspieler zu ärgern. Und je schlechter man würfelt, desto mehr darf man ärgern - hört sich nach einem Spiel für mich an. Als Wegelagerer in einem finsteren Wald dürfen die Spieler bei Rück's raus! Reisende ausplündern. Ein sehr schnelles Kartenspiel mit schicken Illustrationen und einem originellen Sieg-Mechanismus. Die Escape Room-Reihe wächst kontinuierlich an - mittlerweile gibt es bereits ein gutes Dutzend Szenarien. Ganz frisch zur Messe ist die Doppelbox Prison Island/Asylum hereingekommen. Das Grundkonzept der Serie bleibt dabei unverändert und die Spieler müssen wieder zusammen und unter Zeitdruck Rätsel lösen, um zu entkommen.
Womit ich hier eigentlich gar nicht gerechnet habe, ist der Stand des Tabletop-Herstellers Games Workshop. Die letzten beiden Jahre waren die Damen und Herren aus Nottingham stets im Modellbaubereich untergekommen - nun also bei den Spielen. Allerdings war keines der zahlreichen Brettspiele der Firma mit am Stand, sondern nur Displays für die Tabletop- und Modellserien Warhammer 40.000, Warhammer: Age of Sigmar und Warhammer: Underworlds, dazu noch etwas Mal- und Hobbyzubehör. Nach einem kurzen Plausch verabschiede ich mich und ziehe weiter.


Jeder ist sich selbst der Nächste
Damit habe ich, zumindest in dieser Halle, alle Punkte auf meiner Liste abgehakt und schaue mich noch ein wenig um. Schon bei Hadara von Hans im Glück bleibe ich jedoch schon wieder hängen. Hier übernimmt jeder Spieler eine von fünf Zivilisationen und entwickelt diese weiter. Ein interessantes, wenn auch nicht ganz neues, Konzept, eine erstaunlich kurze Spielzeit und eine hübsche Aufmachung machen zumindest neugierig. Von Mojito Studios wird die Crowdfunding-Kampagne für eine opulente Neuauflage von Cleopatra and the Society of Architects beworben. Die Präsentation ist schon beeindruckend, allerdings ist die Bauthematik eher nichts für mich. Bei Ridley's Games entdecke ich mit Caffeine Hit! ein Kartenspiel für Kaffee-Junkies. Dabei muss das Koffein-Level möglichst hochgehalten und Smothies oder ähnlich gesundes Zeugs gemieden werden. Bei Selfish sind fünf Astronauten im Weltall gestrandet - der Sauerstoff reicht aber nur für einen. Ein sehr böses, gemeines und lustiges Kartenspiel - das man vielleicht nicht unbedingt mit Freunden spielen sollte! Cartamundi ist für mich alleine aus beruflichen Gründen interessant, hier schaue ich immer gerne vorbei, um mir die Neuerungen im Druck-Sektor anzuschauen. Schließlich werfe ich noch ein Auge auf die Auslagen von Cool Mini Or Not. Hier gibt es einige Vorab-Exemplare von opulent ausgestatteten Brettspielen zu sehen, die alle über Crowdfunding finanziert wurden. Cthulhu: Death May Die und Zombicide Invaders werden grade produziert, die Kampagne für Munchkin Dungeon läuft dagegen noch zwei Wochen.

Bevor ich den zweiten Teil der Messe in Angriff nehme, entschließe ich mich noch für eine kleine Pause im Pressezentrum. Diesmal wähle ich einen anderen Weg, so dass ich möglichst viel von den anderen Messehallen mitbekomme. Plüschtiere, Baby- und Holzspielzeug sind für mich nicht sooo schrecklich spannend, doch immer wieder bleibe ich an ungewöhnlichen Displays stehen und mache das eine oder andere Foto.
Schließlich erreiche ich mein Ziel und gönne mir eine Verschnaufpause. Es ist zwar schon spät, aber ich habe einen Großteil meines Programms bereits erledigt, so dass ich mir den Luxus gönne, ein wenig zu sitzen, und meine Koffein-, Zucker- und Kohlenhydrat-Reserven auffülle. Die mittlerweile umfangreiche Materialsammlung wird noch im Spind zwischengelagert und dann geht es weiter zur zweiten Runde.

 

Halle 1

Sooo süüüß!!!
Nachdem ich der geballten Niedlichkeit der Ty-Kuscheltiere erfolgreich ausgewichen bin, kann ich mich am Stand von Carletto wichtigeren Dingen, sprich den Gesellschaftsspielen, widmen. Mit Avacado Smash! gibt es ein kleines, hektisches Kartenablagespiel zu sehen, dass sich eher an jüngere Spieler richtet. Deutlich interessanter finde ich dagegen das Würfelspiel Sumo Slam. Hier entscheidet die Position der geworfenen Ringer über die Punktzahl. Vor allem die Aufmachung des Spiels hat es mit dabei angetan. Auch bei Kuhle Kühe ist die Verpackung (in Form einer Milchtüte) ein Blickfang. Das Spiel entpuppt sich dann als recht unterhaltsames Kartenlegespiel - nicht nur für Milchbauern. Auch die erste Erweiterung zum extrem fiesen Kartenspiel Frantic hat es auf die Messe geschafft. Mit Troublemaker kommen neue Karteneffekte und eine weitere Spielfarbe hinzu. Claim und Claim 2 dagegen sind Stichspiele für zwei (oder in Kombination für vier Spieler), bei denen es darum geht, den Thron eines Fantasy-Königreiches zu erobern. Schließlich legt der Verlag mit Klask4 das großartige Geschicklichkeitsspiel nun auch in einer Teamvariante vor.

 

Spiele-Café

Auf kooperativer Tauchfahrt
Wie bereits in den Vorjahren, so haben sich Pegasus Spiele wieder ein Plätzchen etwas abseits des üblichen Messetrubels gesucht. Adventure Island konnte ich bereits in Essen antesten, ebenso wie Talisman - Legendäre Abenteuer. Neu im Programm ist dagegen die Wiederauflage des "klassischen" Talisman, auch einen ersten Blick in das dazugehörige Rollenspiel konnte ich ergattern. Dieses befindet sich allerdings noch in einem sehr frühen Stadium. Ungewöhnlich, sowohl was die Aufmachung und die Abläufe angeht, ist U-Boot, bei dem die Spieler die Rolle von Offizieren einnehmen. Auf Feindfahrt im Zweiten Weltkrieg müssen sie bei diesem App-gesteuerten Spiel auf Ereignisse reagieren, Entscheidungen treffen und hoffentlich den sicheren Heimathafen erreichen. Gleiche Thematik, aber völlig anderes Spielkonzept: Sonar Family. Hier treten zwei Teams aus zwei Spielern gegeneinander an und versuchen das gegnerische Unterseeboot zu versenken. Die Undo-Reihe startet gleich mit drei Titeln: Das Kirschblütenfest, Blut im Rinnstein und Flucht aus der Vergangenheit. In diesen kooperativen Spielen übernehmen die Spieler Zeitreisende, die Todesfälle verhindern müssen. Ein interessantes Konzept mit einem sehr erwachsenen Thema - allerdings wird die Reihe vom Verlag als Familienspiel eingestuft. Ich bin gespannt! Deutlich lockerer geht es dagegen bei Tricky Druids zu. Zutaten auswürfeln, verschenken und Tränke brauen - dazu ein bisschen Taktik, ein wenig kooperatives Spiel, knallige Artworks und eine Prise Bluff. Treasure Island schickt die Spieler, wie der Titel vermuten lässt, auf Schatzsuche. Neben der obligatorischen Schatzkarte gibt es Spielkarten um die Suche etwas einzugrenzen, aber auch Stifte, Zirkel und Schablonen für die Planung. Optisch ein echter Hingucker, ob es spielerisch genauso beeindruckend ist, werde ich demnächst hoffentlich herausfinden. Das Krimispiel Detective bekommt mit L.A. Crimes seine erste Erweiterung. Ort der Handlung ist das Los Angeles der 1980er Jahre - was einen tiefen Griff in die Klischee-Kiste verspricht. Deutlich reduzierter präsentiert sich dagegen Farben. Dabei hat jeder Spieler eine Reihe mit farbigen Karten auf der Hand, die er bestimmten Begriffen zuordnen muss. In der zweiten Phase des Spiels wandelt es sich dann von einem Assoziations- zu einem Kommunikationsspiel. Eine reizvolle Idee, die sich aber sicherlich nicht für jede Spielgruppe eignen dürfte.
 

Natürlich liegen noch viel mehr Spiele in den Auslagen des Verlages - teilweise noch in einem frühen Entwicklungsstadium, teils veröffentlichungsbereit. Aber an dieser Stelle muss ich abbrechen, da ich schon wieder zu viel Zeit vertrödelt habe. Nur noch ein schneller Blick auf die kommenden Neuheiten: Monsters & Minions, die erste Erweiterung zu Roll Player, der unvermeidliche Munchkin-Ableger Warhammer 40.000, neuer Stoff für die drei Rollenspiellinien des Verlages Cthulhu, Shadowrun und 7te See und schließlich mit Auf den Spuren von Jack the Ripper und Tränen einer Göttin zwei neue Spiele-Comics.

 

Halle 12.0

Ein Ende ist absehbar - selbst wenn die letzte Halle zwei Stockwerke hat! Ravensburger nehmen hier einen zentralen Platz ein und ich drücke ich mich in den Stand, um mir die Neuheiten anzuschauen. Frisch mit dem ToyAward ausgezeichnet ist das Quiz-Spiel kNOW!, das traditionelles Brettspiel mit dem Google Sprachassistent verbindet. Mich persönlich spricht es nicht an, aber die Verbindung zwischen analog und digital funktioniert hier recht ordentlich. Neben (zumindest gefühlt) einer Milliarde neuer Puzzles und einigen spektakulären Erweiterung für die Kugelbahn GraviTrax sind es natürlich die Spiele, weswegen ich hier bin. Scotland Yard - Das Würfelspiel variiert das altbekannte Konzept, indem die Spieler ihre Fahrscheine erwürfeln müssen. Werwörter bedient sich des Werwölfe-Hintergrundes, erweitert diesen jedoch um ein Ratespiel. Eine App dient hier als Stichwortgeber und Timer. Red Peak greift dann ausnahmsweise nicht auf ein altbewährtes Konzept zurück! Die Spieler erkunden hier eine Vulkaninsel und versuchen nach dem unvermeidlichen Ausbruch wieder von dieser zu entkommen. 

Halle 12.2

Direkt nach der Rolltreppe erwartet mich das neue Figuren-Display von Lego. Thema sind dabei die Hauptfiguren des neuen Kinofilms - alle aus winzigen Steinen zusammengesetzt. Auch bei Playmobil ist vieles auf den dazugehörigen Film ausgerichtet. Ich drücke mich vorsichtig durch die Menschenmassen, die die Gänge blockieren und auf ihren Termin warten und komme schließlich bei Revell an.
 

Revell machen jetzt auch in Immobilien
Zum einen haben die Modellbauer zahlreiche neue, sehr einfache Modelle für Einsteiger im Programm, auf der anderen Seite hoch komplexe Bausätze wie die USS Enterprise, einen Sternenzerstörer oder einen VW Bus. Diese Bausätze werden zusätzlich noch mit Licht und Soundeffekten aufgewertet. Die Holzbausätze nach Entwürfen von Leonardo da Vinci richten sich ebenfalls an den erfahrenen Modellbauer. Ganz neu im Sortiment sind die 3D-Puzzle herausragender Bauwerke, beispielsweise Schloss Neuschwanstein oder der Kölner Dom. Hinzu kommen die üblichen Modelle von Fahrzeugen in verschiedensten Maßstäben und Schwierigkeitsgraden.
Mittlerweile ist es nach 17 Uhr und die Hallen leeren sich merklich. Ich bin müde, schwer bepackt mit Prospekten und kaum noch aufnahmefähig. Jedoch habe ich noch einen Punkt auf meiner Liste, den ich gerne noch erledigen würde. Also suche ich meine Sachen aus dem Spind zusammen, packe sie, so gut wie möglich und mache mich auf den Weg zur letzten Veranstaltung des Tages.

 

Halle 3C

Das traditionelle Pressetreffen entfällt in diesem Jahr - zum Jubiläum haben die Veranstalter stattdessen eine "kleine" Feier für alle Besucher und Aussteller ausgerichtet. Der Weg in die neue Halle 3C gestaltet sich jedoch schwieriger als gedacht, da die meisten der ausgeschilderten Übergänge entweder ins Leere führen oder verschlossen sind. Schließlich finde ich den richtigen Eingang und reihe mich in die Schlange der Wartenden ein. Pünktlich um 18 Uhr öffnen dann die Pforten und die Menge ergießt sich (sehr gesittet) in den Saal.
 

Die Nürnberger wissen wie man feiert
Die Hallen-Dekoration lässt mich kurz stocken - das sieht schon ziemlich spektakulär aus. An mehreren Stände können sich die Gäste mit allerlei Leckereien versorgen - vor allem die Schlange beim Pulled Pork Burger scheint immer länger zu werden. Während eine vielköpfige Blues- und Soulband Coverversionen bekannter Titel spielt, kreist ein kleiner Zeppelin durch die Halle und hält das Geschehen mit der Kamera fest.
Nachdem sich immer mehr Leute mit Essen und Getränken versorgt haben, füllen sich auch langsam die Sitzreihen. Ich organisiere mir auch eine Kleinigkeit, "Drei im Weggla" wie der Nürnberger sagt (drei Rostbratwürste im Brötchen), dazu noch leckere Käsespätzle und eine Kleinigkeit zu trinken. Nach dieser, viel zu kurzen, Pause schwinge ich ein letztes Mal den Rucksack über die Schulter und mache mich auf den Weg zum Ausgang - die Abfahrt meines Zuges rückt bedenklich näher.


Natürlich haben es nicht alle Neuheiten, die ich im Verlauf des Tages gesehen habe, in diese kleine Nachlese geschafft. Von vielen Ausstellern habe ich einfach nur die Prospekte gegriffen - die nun hier immer noch auf meinem Schreibtisch liegen. Auch sonst habe ich Material mitgenommen, dass ich vielleicht in absehbarer Zeit brauchen könnte, sei es für die Arbeit oder im privaten Bereich. Immerhin habe ich aus den Fehlern vergangener Jahre gelernt und mein Messeprogramm erheblich eingeschränkt. Auf diese Weise hatte ich die Zeit mir zumindest einige Spiele eingehender anzuschauen. In jedem Fall war die Messe für mich auch in diesem Jahr wieder ein tolles Erlebnis: viel gesehen, viel geredet und mir viele neue Ideen geholt.



Der freundliche Türsteher
Wie schon im letzten Jahr gab es nicht das eine, allgegenwärtige Thema, sondern eher eine ausgewogene Mischung. Sicherlich machen Lizenzen nach wie vor einen gewaltigen Teil des Marktes aus, aber es ist schon schön, nicht an jeder Ecke Einhörner, Zombies oder Darth Vader zu sehen. Einen wirkliche zwingenden Spiele-Trend konnte ich ebenfalls nicht ausmachen. Krimi- und Escape-Room-Spiele sind nach wie vor sehr stark, generell erfreuen sich kooperative Kommunikationsspiele ungebrochener Beliebtheit. Auch der Hang zu "überladenen" Spielen hält weiter an. Öfter scheinen dabei Ausstattung und Optik wichtiger zu sein als solide Regeln und eine originelle Spielidee. Eine Tendenz, die durch den Wettlauf um die Käufergunst bei Crowdfunding-Kampagnen noch deutlich verstärkt wird.
Wirkten die ersten Versuche, traditionelle Brettspiele mit digitalen Hilfsmitteln zu kombinieren, eher aufgesetzt, gibt es mittlerweile doch eine ganze Reihe von Spielen, die diese Kombination sehr gut hinbekommen. In diesen Fällen ist die App kein schmückendes Beiwerk, sondern ein integraler Teil der Spielmechanik. Dies mag zwar nicht immer sinnvoll sein, kann ein Spiel jedoch deutlich aufwerten - das Paradebeispiel dabei ist für mich immer noch die zweite Edition von Villen des Wahnsinns.
 

Schon seit Jahren erwarte ich dagegen eine größere Bedeutung des 3D-Druckes im Spielebereich - doch anscheinend traut sich da niemand so wirklich heran. Auf der Messe habe ich einen Aussteller, Mimaki, gefunden, der mit einigen Druckern vor Ort war. Immerhin waren diese Geräte in der Lage vollfarbige Drucke in einer sehr ordentlichen Auflösung auszugeben. Bis es so etwas für den Heimanwender gibt, wird sicherlich noch einige Zeit vergehen, aber die Möglichkeiten sind zumindest da.

Ein Album mit ein paar mehr Bilder gibt es auf meinem Facebook-Account.

Und als Abschluss die Messe in offiziellen Zahlen:
- 2.886 Aussteller aus 68 Ländern
- rund 68.500 Besucher
- 18 Messehallen mit gut 160.000 qm Fläche
- ca. 120.000 neue Produkte
- 21 Firmen, die seit der ersten Spielwarenmesse mit dabei sind